„Aus der Praxis - für die Praxis: Transfer erprobter Ansätze zur Integration benachteiligter junger Menschen in den Arbeits- und Ausbildungsmarkt“

Viele XENOS-Projekte nutzen als  Kofinanzierung das SGB II. Das Ziel dieser Projekte besteht dabei immer darin, schwer vermittelbare Zielgruppen durch intensive Aktivierungs- und Begleitmaßnahmen in den Arbeitsmarkt zu integrieren.  XENOS Panorama Bund hat diese Projekte näher analysiert und daraus transferierbare "Prototypen" abgeleitet. Diese wurden am 28. November 2013 rund 130 Vertreterinnen und Vertretern von Jobcentern, Arbeitsagenturen und Regionaldirektionen der Bundesagentur für Arbeit im Sheraton Carlton Hotel in Nürnberg vorgestellt, um deren Realisierbarkeit in der Praxis zu diskutieren.

Die Veranstaltung hatte das Ziel, die Jobcenter und Arbeitsagenturen über die Arbeit und Ergebnisse der XENOS-Projekte zu informieren und Anstöße und Anregungen zu geben, diese Ansätze - oder ähnliche Ansätze, in modifizierter Form - selbst vor Ort auszuprobieren. Zudem sollten Chancen aus regionalen Kooperationen, etwa zwischen den Trägern der Arbeitsförderung, freien Trägern, Trägern der Jugendhilfe und Landesprogrammen aufgezeigt werden.

Des Weiteren wurden vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales erste Planungen eines XENOS-Nachfolgeprogramms in der neuen ESF-Förderperiode 2014-2020 vorgestellt, um auch Jobcenter und Arbeitsagenturen möglichst frühzeitig in die Überlegungen zur neuen ESF-Förderperiode einzubeziehen:  Das Programm "XENOS – Integration und Vielfalt" wird 2014 nach 12 erfolgreichen Jahren enden. Das Programm "IsA - Integration statt Ausgrenzung" – Start 2015 – wird  auf den Erfahrungen von XENOS aufbauen. Einen besonderen Stellenwert werden darin verbindliche Kooperationen zwischen freien Trägern, Unternehmen und Jobcentern einnehmen. Weitere Informationen über das Programm IsA werden im Laufe des nächsten Jahres zur Verfügung stehen.

Die Idee zur Tagung enstand vor dem Hintergrund, dass bereits heute mehr als 40 XENOS-Projekte mit ihren Angeboten an vorhandene Strukturen und Leistungsgesetze des SGB anknüpfen bzw. vergleichbare Maßnahmen anbieten. In diesen  Projekten werden in einem erheblichen Anteil Maßnahmen aus dem SGB II oder III durch zusätzliche Aktivitäten ergänzt oder weiterentwickelt, die die Integrationswirkung der SGB-Maßnahmen verstärken sollen. Dazu gehören beispielsweise

  • Vor- und nachgeschaltete Beratungs- und Begleitungsangebote
  • Eine intensivere sozialpädagogische Betreuung durch zusätzliches Personal
  • Die Vermittlung zusätzlicher berufsspezifischer Qualifizierungsinhalte
  • Unterstützende Rahmenangebote zur Stabilisierung der Lebenssituation von Zielgruppen, die mit besonders schwierigen Problemlagen zu kämpfen haben

Die Erkenntnisse dieser und anderer Projekte der XENOS-Landschaft destillierte XENOS Panorama Bund in „Prototypen“ genannte Beispiele erfolgreicher und wirksamer Förderansätze. Dabei wurde in einem ersten Schritt der Versuch unternommen,  die jeweils besonderen Ansätze und Kernelemente dieser Projekte zu identifizieren, zu beschreiben und dann zu „Bauplänen“ erfolgreicher XENOS-Maßnahmen zu verdichten bzw. zu abstrahieren. Ausgehend hiervon wurden in weiteren Schritten der Finanzierungsbedarf dieser Prototypen ermittelt und erste Ideen für ein Finanzierungskonzept entwickelt.

Vorstellung der Prototypen in drei Foren
Die Prototypen wurden in drei Foren durch ausgewählte XENOS-Projekte, zusammen mit kooperierenden Jobcentern, vorgestellt. Anschaulich wurde den Anwesenden dargelegt, welchen konkreten Nutzen die jeweiligen Maßnahmen für die Zielgruppen haben. Konkrete Beispiele und Vorschläge, wo eine Finanzierung über die Regelinstrumente von SGB II und III möglich wäre, bzw. wo Kooperationen mit anderen, zum Beispiel kommunalen Trägern notwendig sind, stießen auf offene Ohren. Das große Interesse an der Thematik zeigten auch die vielen Fragen zur Machbarkeit und Transferfähigkeit und zu rechtlichen Grenzen und Möglichkeiten.

Michael van der Cammen, in seiner Position als Leiter der Koordinierungsstelle Migration in der Zentrale der Bundesagentur für Arbeit auch für die Strategie der BA zur Teilhabe von Migrantinnen und Migranten am Arbeitsmarkt zuständig, zeigte sich überzeugt, dass die erprobten Ansätze aus XENOS in die regionale Praxis gut übertragbar sind. „Die Veranstaltung gab viele gute Anregungen für die alltägliche Praxis der Jobcenter.“

In der abschließenden Gesprächsrunde griffen Thomas Becker, Koordinator des XENOS-Programms im BMAS, Mechthild Jürgens, Koordinatorin des Programms „Integration durch Austausch“ im BMAS, Michael van der Cammen und Susanne Kretschmer, Projektleiterin von XENOS Panorama Bund, offene Punkte aus den Diskussionsrunden auf und betonten die Transferpotenziale der Integrationsansätze aus XENOS.

Insgesamt zeigte die Veranstaltung, dass bei den Teilnehmenden ein großes Interesse an der Arbeit und den Ergebnissen der XENOS-Projekte besteht -  insbesondere an solchen XENOS-Projekten, die mit besonders schwer vermittelbaren jungen Menschen intensive Aktivierungsmaßnahmen umsetzen. Vielfach wurde der Wunsch nach mehr solcher Informationsveranstaltungen geäußert, um mehr über funktionierende Ansätze aus anderen Regionen zu erfahren. Deutlich wurde auch, dass Jobcenter und Arbeitsagenturen die Zusammenarbeit mit fachkompetenten Trägern schätzen, die für junge Menschen mit schweren Vermittlungshemmnissen passende Maßnahmen mit einem hohen Qualitätsanspruch umsetzen können.

Hier geht es zur Tagungsdokumentation

 

 

 

 


alle Fotos: Elke Biester, CONVIS Consult & Marketing GmbH

Aktuelle Seite: Newsletter Artikel (offshore) „Aus der Praxis - für die Praxis: Transfer erprobter Ansätze zur Integration benachteiligter junger Menschen in den Arbeits- und Ausbildungsmarkt“

Europäischer Sozialfonds Bundesministerium für Arbeit und Soziales Europäische Union

Das Projekt "XENOS Panorama Bund" wird im Rahmen des Bundesprogramms „XENOS – Integration und Vielfalt“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert.