MACS - Motivierung und Aktivierung im Case Management zur beruflichen Wiedereingliederung von jungen Strafgefangenen

Junge Strafgefangene, insbesondere Abbrecherinnen und Abbrecher von schulischen und beruflichen Fördermaßnahmen, sollen zur (Wieder)-Aufnahme einer Qualifizierung in der Haft oder zur Teilnahme am Übergangsmanagement zur Arbeitsmarktintegration nach der Entlassung motiviert werden. Außerdem soll im Rahmen des Übergangsmanagements eine bessere Kooperation des Jugendstrafvollzuges mit vollzugsexternen Regeldiensten (Arbeitsagenturen, Jobcenter und Jugendberufshilfe) und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern erreicht werden.


Das Projekt

           
  Projektname: MACS - Motivierung und Aktivierung im Case Management zur beruflichen Wiedereingliederung von jungen Strafgefangenen  

 
  Projektträger: Kriminologischer Dienst des Landes Nordrhein-Westfalen
Fritz-Roeber-Str. 2
40213 Düsseldorf
   
  Lernort:
Jugendsozialarbeit, Jugendberufshilfe und Jugendstrafvollzugsanstalten    
  Umsetzungsort:
Nordrhein-Westfalen (landesweit)    
  Kernaktivitäten: Berufsorientierung, Übergangsmanagement, Lokale und regionale Entwicklung    
  Zielgruppen: Bildungsferne junge Strafgefangene, Lehrkräfte    
  Laufzeit: 01.06.2012 - 30.09.2014    
         


Über das Projekt

Beschreibung

MACS bezog sich sowohl fallbezogen auf die Motivationsentwicklung bei Abbrecher/-innen vollzuglicher Bildungsmaßnahmen als auch fallübergreifend auf die Personal- und Systementwicklung im Übergangsmanagement zur beruflichen Eingliederung von jungen Gefangenen und Haftentlassenen. Insbesondere wurden dabei

  • Motivationslagen von Gefangenen bzgl. Ihrer Arbeitsmarktintegration systematisch analysiert;
  • Maßnahmeabbrecher/-innen beratend zur weiteren Mitwirkung an ihrer beruflichen Reintegration motiviert;
  • ein auf den Strafvollzug bezogenes Curriculum "Motivierende Beratung" auf der Basis wissenschaftlicher Analysen und praktischer Erfahrungen entwickelt;
  • vollzugliche Fachdienste und ehrenamtliche Betreuer/-innen in der Anwendung des Beratungskonzepts geschult;
  • Mitarbeiter/innen im Übergangsmanagement zu zertifizierten Case Manager/-innen ausgebildet;
  • Assessment und Planungsinstrumente der Vollzugs- und Arbeitsverwaltung nach Maßgabe des Handlungskonzepts Case Management für das Übergangsmanagement im und nach dem Strafvollzug (weiter-)entwickelt;
  • anstaltsbezogene Konzepte zur Implementierung des Übergangsmanagements im nordrhein-westfälischen Strafvollzug unter Berücksichtigung landesweiter Vorgaben entwickelt;
  • Online-Befragungen zur Einschätzung der Reintegrationschancen und zur besseren Ausrichtung der beruflichen Qualifizierung am "Lernort Jugendstrafvollzug" an den Erfordernissen regionaler Arbeitsmärkte durchgeführt;
  • Informations- und Vernetzungsveranstaltungen sowie Fachkonferenzen unterstützt oder selbst organisiert;
  • Flyer, Broschüren und wissenschaftliche Fachbeiträge publiziert;
  • die Justizverwaltung und die Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit bei der Verstetigung des landesweiten Übergangsmanagements zur beruflichen Wiedereingliederung von (jungen) Gefangenen im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative B5 unterstützt;
  • eine länderübergreifende Zusammenarbeit thematisch verwandter XENOS-Projekte ins Leben gerufen und durchgeführt.

Ziele

Junge Gefangene, die die Teilnahme an vollzuglichen Bildungsmaßnahmen verweigerten oder abgebrochen haben, sollten in ihrer Motivation zur beruflichen Wiedereingliederung gestärkt werden.

Außerdem sollten die Mitarbeitenden im Übergangsmanagement in ihrer Kompetenz zur aktiven Begleitung der jungen Gefangenen gefördert und die Vernetzung mit Arbeitsmarktakteuren weiter verstetigt werden.

Methoden

  • Strukturbildung
  • Niedrigschwellige Beratung
  • Case Management

Projektergebnisse

Produkte

Beschreibung des Produkts:

  • Auf den Strafvollzug angepasstes Schulungskonzept für das Übergangsmanagement zur beruflichen Wiedereingliederung von (ehemaligen) Gefangenen nach Maßgabe des Handlungskonzeptes Case Management
  • Arbeitsinstrumente und Handreichungen im Übergangsmanagement (z. B. für Assessments, Netzwerkanalyse, Netzwerk- und Implementationsmonitoring)
  • Eein Curriculum "Motivierende Beratung" unter Vollzugsbedingungen
  • Publikationen in Fachzeitschriften (z. B. Heft 3/2014 und Heft 1/2015 der Zeitschrift "Bewährungshilfe"
  • Online-Tool zur Durchführung von zielgruppenspezifischen Arbeitsmarktsurveys
  • Animationsfilm zum Übergangsmanagement

Art des Produkts:

  • Lehr-/Lernmaterial
  • Informationsmaterial
  • Lehr-/Werbefilm

Zielgruppen der Produkte:

  • Lehrkräfte
  • Öffentliche Verwaltungen

Erfolge

Mit dem MACS-Projekt wurde die Bedeutung motivierender Beratung für den Erfolg beruflicher Qualifizierungsmaßnahmen im Strafvollzug bestätigt. Das Beratungskonzept wird auch in der künftigen Umsetzung des nordrhein-westfälischen Übergangsmanagements zur beruflichen Wiedereingliederung von (jungen) Gefangenen und Haftentlassenen Anwendung finden. Außerdem wurde das Konzept im Rahmen einer separaten Erprobung auch von ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuern sehr positiv bewertet und der Wunsch nach einer Fortsetzung des Angebotes geäußert. Über entsprechende Umsetzungsmöglichkeiten wird in 2015 entschieden werden.

Besonders hervorzuheben ist die gelungene Professionalisierung des Fachpersonals im Übergangsmanagement. Hier wurden insgesamt 57 Mitarbeiter/innen im Rahmen von drei jeweils 21-tägigen Schulungsstaffeln nach den Standards der Deutschen Gesellschaft für Care und Case Management qualifiziert. Damit steht heute fast jeder Strafvollzugsanstalt des Landes und den bisher beteiligten Kooperationspartnern jeweils mindestens eine zertifizierte Fachkraft zur Verfügung, die für die örtliche Implementierung und Verstetigung des Übergangsmanagements nach landesweiten Vorgaben unter Berücksichtigung örtlicher Erfordernisse und Möglichkeiten verantwortlich zeichnet. Das Qualifizierungsprogramm wurde zudem in das Schulungsangebot der Justizakademie des Landes NRW aufgenommen und kann dort auch künftig erneut durchgeführt werden. Für die konkrete Umsetzung des Übergangsmanagements wurden außerdem zahlreiche Arbeitsmaterialien und Instrumente entwickelt, die im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative B5 genutzt werden, die die Justizverwaltung NRW gemeinsam mit der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit landesweit auf- und ausbaut, um die Arbeits- und Ausbildungsmarktintegration von (ehemaligen) Strafgefangenen zu fördern.

Netzwerke

Beschreibung des Netzwerkes:

Die in MACS ausgebildeten Übergangsmanagerinnen und Übergangsmanager sind landesweit unter der Koordination einer Fachkraft des vollzuglichen Sozialdienstes vernetzt und führen auch weiterhin regelmäßig Dienstbesprechungen durch.

In der Gemeinschaftsinitiative B5 sind mit maßgeblicher Unterstützung des Modellprojektes MACS regionale "Arbeitskreise Vernetzung" entstanden, in denen Mitarbeiter/-innen des Strafvollzuges, der Arbeitsagenturen und Jobcenter ihre Aufgaben im Übergangsmanagement gemeinsam abstimmen. Diese regionalen Netzwerke sollen ab 2015 neu strukturiert und unter der Koordination des Kriminologischen Dienstes NRW weitergeführt werden.

In einer länderübergreifenden Arbeitsgruppe wurden alle XENOS-Projekte am "Lernort Strafvollzug" zusammengeführt. Dieses Netzwerk hat Handlungsempfehlungen für die Fortsetzung der länderübergreifenden Arbeit auch nach Abschluss der XENOS-Förderperiode formuliert.

Art des Netzwerkes:

  • Netzwerk
  • Arbeitsgruppn

Zielgruppen der Netzwerke:

  • Lehrkräfte
  • Öffentliche Verwaltunge

Kontakt

  Justizministerium und Kriminologischer Dienst des Landes Nordrhein-Westfalen
Fritz-Roeber-Str. 2
40213 Düsseldorf

Ansprechpartner/-in:
Wolfgang Wirth
0211 60251119
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Europäischer Sozialfonds Bundesministerium für Arbeit und Soziales Europäische Union

Das Projekt "XENOS Panorama Bund" wird im Rahmen des Bundesprogramms „XENOS – Integration und Vielfalt“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert.