Plan B - Der Weg vom Jugendarrest in die Ausbildung

Das Modellprojekt setzt bei Jugendlichen an, die entweder gerade Jugendarrest absitzen, ihn bereits verbüßt haben oder Gefahr laufen, in Kürze zu einer Arreststrafe verurteilt zu werden. Ziel ist es, nicht nur die Quote der Arrestantinnen und Arrestanten zu senken, sondern auch durch spezifische Angebote für die Zielgruppe, nachhaltige Impulse für die weitere Lebenswegeplanung der jungen Menschen zu geben.


Das Projekt

           
  Projektname: Plan B - Der Weg vom Jugendarrest in die Ausbildung  

 
  Projektträger: inpro Bildungs- und Beratungsgesellschaft mbH
Weißeritzstraße 3
01067 Dresden
   
  Verbundpartner: outlaw Gesellschaft für Kinder- und Jugendhilfe gGmbH    
  Lernort:
Jugendsozialarbeit, Jugendberufshilfe und Jugendstrafvollzugsanstalten    
  Umsetzungsort:
Dresden    
  Kernaktivitäten: Berufsorientierung, Übergangsmanagement, Elternarbeit    
  Zielgruppen: Junge Menschen im Alter von 14 bis 21 Jahren, die sich in der Zuständigkeit der Jugendgerichtshilfe befinden    
  Laufzeit: 01.01.2012-31.12.2014    
         


Über das Projekt

Beschreibung

PLAN b setzte sich aus zwei Teilprojekten zusammen, die durch die Träger inpro! Bildungs- und Beratungsgesellschaft mbH (Teilprojekt 1) und OUTLAW gemeinnützige Gesellschaft für Kinder- und Jugendhilfe mbH (Teilprojekt 2) realisiert wurden. Beide Teilprojekte arbeiteten mit jungen Menschen im Alter von 14 und 25 Jahren, die im Verfahren nach dem Jugendgerichtsgesetz mit Arrest und/oder gemeinnützigen Stunden beauflagt worden waren. PLAN b unterstützte die jungen Menschen durch verschiedene Angebote bei der sozialen, schulischen und beruflichen Integration sowie bei der Klärung und Lösung persönlicher Probleme und Themen. Die jungen Menschen wiesen größtenteils multiple Problemlagen auf und verfügten über wenige Chancen, eine soziale und schulische Integration zu erreichen.

Teilprojekt 1 arbeitete vorrangig im Arrest der JVA Dresden und bot ein Kursangebot bzw. Nachbetreuung außerhalb des Arrests an. Ein Sozialpädagoge war innerhalb des Jugendarrests für die Jugendlichen als kontinuierlicher Ansprechpartner engagiert. Zwei weitere Mitarbeitende (Sozialpädagoge und Kunsttherapeutin) arbeiteten sowohl innerhalb als auch nach der Arrestzeit systemübergreifend mit den jungen Menschen zusammen. Die Arbeit fand im Rahmen von Einzelfallarbeit und Gruppenarbeit statt.

Im Teilprojekt 2 wurden junge Menschen aus dem Arrest heraus in die Lage versetzt, gemeinnützige Stunden an geprüften Einsatzstellen zu leisten. Diese Arbeit gestaltete sich als Gruppenarbeit und wurde durch einen Handwerksmeister und eine Sozialpädagogin durchgeführt. Weiterer Schwerpunkt war der Aufbau eines geeigneten Netzwerkes für junge Menschen, die sich in besonderen Lebenssituationen befanden und Unterstützung bei der Ableistung der gemeinnützigen Stunden benötigten.

PLAN b war in die Landschaft der Jugendhilfe-Angebote Dresdens eingebunden und arbeitete mit anderen Trägern zusammen.

Ziele

  • Integration und Resozialisierung von straffälligen Jugendlichen
  • Minderung der Rückfallquote der Jugendlichen
  • Aufzeigen von Wegen, ohne Delinquenz durchs Leben zu gehen

Methoden

  • Wissensvermittlung
  • Kreative Methoden
  • Erfahrungsorientiertes Lernen
  • Biografiearbeit
  • Niedrigschwellige Beratung
  • Kompetenzfeststellung
  • Strukturbildung
  • PR-Kampagnen

Angebote

Beschreibung der Angebote:

  • Jugendarrest: Im Angebot des Jugendarrests sollten neue Interessen geweckt und Impulse gegeben werden, damit die Teilnehmenden lernen konnten, Veränderungsprozesse selbst in Gang zu bringen und neue Wege zu gehen. Dazu wurden folgende Angebote unterstützend bereitgestellt: Kreativkurs,Haushaltskurse,Berufs- und Suchtberatung,Soz. Trainingskurse,Gruppengespräche
  • Gruppenangebot: Jugendliche konnten während ihrer Arrestzeit mit einem Handwerksmeister und Sozialpädagogen als Begleitung gemeinnützige Arbeitsstunden leisten. Dies ermöglichte ihnen Selbstwerterfahrungen, wodurch sie ihre Selbstwirksamkeit erlangten.
  • Individualangebot: Hier wurden Jugendliche bei ihren zu leistenden Arbeitsstunden begleitet, unterstützt und motiviert, um ihre Handlungskompetenzen zu stärken.
  • Individuelle Unterstützung: Den Teilnehmenden wurde geholfen, passende Hilfsangebote zu finden und sie hatten die Möglichkeit, zusätzlich an Kursen und Aktivitäten in kleinen Gruppen teilzunehmen. Dadurch konnten nach einem Arrestaufenthalt konkrete Probleme und schwierige Lebenslagen überwunden werden.

Zielgruppen der Angebote:

  • Strafgefangene
  • Arbeitslose

Flyer

Projektergebnisse

Produkte

Beschreibung des Produkts:

  • Projektevaluation
  • Erfahrungsbericht
  • Broschüre Fachtag „Luxus Demotivation"
  • Methodenkarten
  • Arresttagebuch
  • Kurzbeschreibung KiA
  • Kurzbeschreibung Knastvögel
  • workOUT
  • versch. Flyer (Projektflyer sowie Flyer zu den einzelnen Angeboten/Methoden), HP, Kalender, Ordner

Art des Produkts:

  • Lehr- und Lernmaterial
  • Leitfaden
  • Informationsmaterial
  • Kooperationsvereinbarungen

Zielgruppen der Produkte:

  • Lehrkräfte
  • Öffentliche Verwaltungen
  • Arbeitslose

Erfolge

  • Betreuung/Zusammenarbeit von/mit bisher 338 jungen Menschen im Jugendarrest
  • Ableistung von mehr als 5000 gemeinnützigen Arbeitsstunden, die durch PLAN b betreut wurden
  • 30 vorzeitige Entlassungen
  • Weiterentwicklung des Jugendarrestes Dresden durch Initiierung methodischer Neuerungen (Knastvögel, workOUT, KiA, Arresttagebuch)
  • Längerfristige (> 6 Monate) Zusammenarbeit mit 24 Jugendlichen zur sozialen und beruflichen Stabilisierung
  • Sensibilisierung von Kooperationspartnern für die Situation der Teilnehmenden
  • Vermeidung von Arrestaufenthalten durch Unterstützung von Stundenableistung im Vorfeld (IA)
  • Bearbeitung individueller delinquenzbegünstigender Faktoren durch Thematisierung, Reflexion und Alternativsuche
  • Moderation individueller Entscheidungsprozesse hinsichtlich non-delinquenter Lebensweisen
  • Aufrechterhaltung eines langfristigen Unterstützungsangebotes über Abbrüche hinweg

Netzwerke

Beschreibung des Netzwerkes:

  • FachAG Jugendberufshilfe
  • AKAM (Arbeitskreis ambulante Maßnahmen)
  • Kooperationstreffen

Art des Netzwerkes:

  • Netzwerk
  • Arbeitsgruppe

Zielgruppen der Netzwerke:

  • Öffentliche Verwaltungen

Verstetigung und Transfer

  • Planung und Durchführung eines Fachtages zur Situation der /Erfahrung mit der Teilnehmenden, Initiierung einer lokalen Arbeitsgruppe zur Thematik
  • Aufbereitung und Weitergabe erprobter Methoden
  • Pressearbeit zur Bekanntmachung von Methoden (Knastvögel) und Sensibilisierung für die Teilnehmenden
  • Erprobung alternativer Methoden als Ergänzung zum Jugendarrest (workOUT), eine Woche – eine Art stationärer Trainingskurs außerhalb des Arrestes (die Teilnehmenden haben lediglich die Nacht im Arrest verbracht)
  • Aufbau eines Arbeitsnetzwerks für Arbeitseinsätze, fachliche Diskussion und regionale Akteure

Kontakt

  inpro Bildungs- und Beratungsgesellschaft mbH
Weißeritzstraße 3
01067 Dresden

Ansprechpartner/-in:
Petra Riemann
0351 4976210
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http://www.planb-dresden.de/sites/index.php
 
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