Vielfalt im Heilbronner Land

Ziel des Projektes ist ein Beitrag zur Verbesserung des Übergangsmanagements „Schule-Beruf“ im Stadt- und Landkreis Heilbronn. Zielgruppe sind dabei Schüler/-innen und Schulabgänger/-innen mit und ohne Migrationshintergrund.

 


Das Projekt

           
  Projektname: Vielfalt im Heilbronner Land  

 
  Projektträger: ARKUS gGmbH
Happelstr. 17
74074 Heilbronn
   
  Lernort:
Schule, Berufsschule und außerbetriebliche Einrichtungen    
  Umsetzungsort:
Heilbronn    
  Kernaktivitäten: Übergangsmanagement, Bildungsarbeit    
  Zielgruppen: Schüler/-innen und Schulabgänger/-innen mit und ohne Migrationshintergrund    
  Laufzeit: 01.02.2012 – 31.12.2014    
         


Über das Projekt

Beschreibung

Das XENOS-Projekt „Vielfalt im Heilbronner Land“ engagierte sich für die Verbesserung des Übergangsmanagements Schule-Beruf in der Stadt und im Landkreis Heilbronn. Schwerpunkte waren die Entwicklung und Erprobung eines Unterrichtscurriculums (Berufswahlfahrplan) und von Konzepten für Qualifizierungen im interkulturellen Bereich

Berufswahlfahrplan

Entwickelt und erprobt in 16 Schulen aller Schulformen im Stadt- und Landkreis Heilbronn. In drei Phasen "Orientierung, Entscheidung, Bewerbung" (insgesamt 9 Tagesseminare) erhielten die Schüler/-innen Hilfen für den Übergang von der Schule in den Beruf. Orientierung:

  • Stärken und Interessen erkunden
  • Berufe finden, die zu mir passen
  • Informationen über Berufe finden

Entscheidung:

  • Entscheidungskompetenz
  • Angebote in der Region

Bewerbung:

  • Selbstmanagement
  • Bewerbungsunterlagen
  • Praktikumsrallye
  • Vorstellungsgespräch

Interkulturelle Sensibilisierung

  • Entwickelt und erprobt, hausintern, in Schulklassen und Lehrkräfte-Fortbildungen

Das Weiterbildungsmodul für Pädagogische Fachkräfte diente einer ersten interkulturellen Sensibilisierung. Die Teilnehmenden setzten sich mit der eigenen kulturellen Prägung auseinander. Durch die Begegnung mit „dem Fremden“ lernten sie, ihr eigenes Verhalten kritisch zu hinterfragen. Eigene Perspektiven wurden erweitert und ein bewusster Umgang mit Verschiedenheit im beruflichen Alltag erlernt. Für Schüler/-innen ab Klasse 8 wurden zwei Projekttage angeboten. Der Projekttag zum Thema “Misch dich ein - Ein Projekttag zu Vorurteilen, Diskriminierung, Rassismus und couragiertem Handeln“ ermöglichte eine Auseinandersetzung mit den eigenen Denkmustern, vermittelte gezieltes Wissen und eröffnete Handlungsmöglichkeiten für couragiertes Handeln. Im Projekttag „Identität und Europa“ lernten die Schüler/-innen, ausgehend von ihrer eigenen Identität, die Grundgedanken der EU und die EU-Politik kennen. Sie setzten sich kritisch mit den demokratischen Grundprinzipien und deren Umsetzung auseinander.

Ziele

Vor dem Hintergrund der migrationsbedingten Vielfalt sollten im Stadt- und Landkreis Heilbronn Verbesserungen des Übergangsmanagements „Schule-Beruf“ insbesondere für die Zielgruppe der am Arbeitsmarkt benachteiligten Jugendlichen bewirkt werden.

Schwerpunkte waren die Entwicklung eines Curriculums zur beruflichen Orientierung von Schüler/-innen und die Stärkung interkultureller Kompetenzen, wobei hier sowohl Schüler/-innen als auch mit der Zielgruppe arbeitende Lehrkräfte / Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen erreicht worden sind.

Methoden

  • Wissensvermittlung
  • Interkulturelle Trainings
  • Coaching
  • Niedrigschwellige Beratung

Projektergebnisse

Produkte

Beschreibung des Produkts:

Berufswahlfahrplan

Zur Verbesserung der Qualität des Berufsorientierungs-Unterrichts wurde ein Curriculum (Berufswahlfahrplan) entwickelt. Mit Seminaren (je 8 Unterrichtseinheiten) aus dem Berufswahlfahrplan wurden Schüler/-innen aller Schulformen im Stadt-und Landkreis Heilbronn ab dem 8ten Schuljahr erreicht. Insgesamt wurden neun Tagesseminar-Einheiten mit den Phasen Orientierung – Entscheidung - Bewerbung entwickelt (siehe Angebot). Jedes Seminar bestand aus einem Seminarprogramm und den dazugehörigen Arbeitsblättern sowie einigen Arbeitsanregungen.

Teil1 Teil2 Teil3 Teil4

Das Seminarprogramm

Für jede Einheit wurde zunächst ein Ziel benannt, welches mit den Seminarinhalten erreicht werden sollte. Es folgte eine Übersicht des Ablaufplans. Im Seminarablaufplan waren die Dauer, der inhaltliche Schwerpunkt, die einzelnen Aktivitäten mit den verwendeten Arbeitsblättern sowie Erläuterungen zu den Abschnitten ersichtlich.

Die Seminare lassen sich jeweils in drei Abschnitte einteilen - Einstieg/Auffrischung, Hauptthema und Abschluss/Feedback.

Im Abschnitt Einstieg wurden zum einen Erwartungen der Schüler/-innen in Erfahrung gebracht und zum anderen wurde ihnen das Thema/der Themenschwerpunkt vorgestellt. In den Themenfeldern Entscheidung und Bewerbung befanden sich im Einstieg teilweise auch Aufgaben, die sinnvollerweise wiederholend eingesetzt werden sollten oder, falls nicht die empfohlene Reihenfolge des kompletten Seminarablaufs eingehalten wurde bzw. nur einzelne Bausteine aus dem BWFP zu Unterrichtszwecken eingesetzt worden sind, auf diese zurückgegriffen. Unterlagen zu diesen Aufgaben sind als Pflichtmodule somit als ein essentieller Baustein im vorliegenden Curriculum im chronologisch sortierten Unterrichtsmaterial weiter vorn zu finden.

Der Abschnitt Hauptthema befasst sich mit dem jeweiligen Seminarschwerpunkt, den eigentlichen Seminarinhalten.

Im Abschnitt Abschluss wird unter Berücksichtigung der zu Beginn erarbeiteten Erwartungen der Schüler/-innen das Seminar zusammengefasst und auf die vermittelten Inhalte ein Feedback eingeholt. Empfehlenswert ist, die Seminare durch anregende „Spiele“ zu ergänzen, um zur Erhöhung der Konzentration und zum Einbezug der verschiedenen Sinne beizutragen.

 

Die Arbeitsblätter (AB)

Einige der AB wurden als unumgänglich betrachtet, andere dienten der Vertiefung und Ergänzung. Die unumgänglichen AB werden deshalb als Pflichtmodul, die ergänzenden als Wahlmodul bezeichnet. Zur besseren Unterscheidung sind für die Wahlmodule andersfarbige Lettern verwendet worden.

Die Pflichtmodule hatten je einen zeitlichen Umfang von ca. 8 Unterrichtseinheiten

Alle AB sollten den Schüler/-innen erklärt werden, keines versteht sich von selbst. Um einen schnellen Überblick über die Inhalte und Ziele zu erhalten, befindet sich am Ende des Seminarordners ein Stichwortverzeichnis.

Im Linkverzeichnis sind die in den Seminaren verwendeten Internet-Seiten zusammengefasst worden, sodass diese Ihnen ebenfalls auf einem Blick vorliegen.

Zukünftigen AnwenderInnen (Lehrer/-innen, Sozialpädagog/-innen) des Arbeitsmaterials wird empfohlen, die Seminarreihenfolge möglichst einzuhalten, da in dem jeweiligen Folgeseminar auf Arbeitsschritte aus den Vorseminaren aufgebaut wird. Jedem Seminar wurde deshalb auch ein Baustein vorgeschaltet, der vorherige Arbeitsschritte wiederholend aufgreift. Eine zeitliche Entzerrung ist aus diesem Grund möglich. Zudem ist vorbereitend unumgänglich, sich Informationen zur regionalen Ausbildungsmarktsituation einzuholen.

 

Interkulturelle Sensibilisierung

Im Rahmen einer Weiterbildung „Interkulturelle Sensibilisierung“ (zweitägiges Angebot) für pädagogisches Fachpersonal setzten sich die Teilnehmenden mit der eigenen kulturellen Prägung auseinander. Durch das Begegnen mit „dem Fremden“ lernten sie, ihr eigenes Verhalten kritisch zu hinterfragen. Eigene Perspektiven wurden erweitert und ein bewusster Umgang mit Verschiedenheit im beruflichen Alltag erlernt.

Download Interkulturelle Sensibilisierung "ARKUS"
Download Interkulturelle Sensibilisierung "Schule"

Ziele des Trainings:

  • Steigerung der interkulturellen Kompetenz und Förderung des Verständnisses für die Verschiedenheit von Menschen
  • Sensibilisierung für unterschiedliche Wahrnehmungen, kulturelle Werthaltungen und Prägungen
  • Sensibilisierung für die kulturellen Unterschiede von Menschen
  • Bewusstwerden der eigenen kulturellen Prägung und Selbstreflektion
  • Wissensvermittlung über verschiedene Kulturstandards
  • Erweiterung der eigenen Handlungsfähigkeit im Umgang mit Unterschieden
  • Verbesserung des Miteinanders und Vermittlung interkultureller Kompetenz

Für Schüler/-innen ab Klasse 8 wurden zwei Projekttage entwickelt:

Der Projekttag zum Thema „Misch dich ein – Ein Projekttag zu Vorurteilen, Diskriminierung, Rassismus und couragiertem Handeln“ ermöglichte eine Auseinandersetzung mit den eigenen Denkmustern, vermittelte gezieltes Wissen und eröffnete Handlungsmöglichkeiten für couragiertes Handeln.

Download Dokumentation "Misch dich ein"

Ziele des Projekttages:

  • Die Teilnehmenden haben sich intensiv mit den Themen Vorurteile, Diskriminierung und Rassismus auseinandergesetzt.
  • Sie haben ein Bewusstsein für die Vielfalt in der Gruppe, für Zugehörigkeiten und für Mechanismen von Ausgrenzung und Diskriminierung entwickelt.
  • Es wurden Hierarchiemuster gegenüberdiskriminierten Gruppen erkannt und hinterfragt.
  • Die Teilnehmenden haben erkannt, dass Menschen in unserer Gesellschaft mit ungleichen Ressourcen ausgestattet sind, welche ihnen den Lebensalltag erschweren oder erleichtern können.
  • Sie kennen Rassismus als mögliche Folge von Vorurteilen und Diskriminierung und haben dessen verschiedene Ausformungen kennen gelernt.
  • Es wurde die Notwendigkeit erkannt, zu handeln, wenn eine Person diskriminiert, ausgegrenzt oder rassistisch angegriffen wird.
  • Die Teilnehmenden haben ein breites Spektrum an Handlungsmöglichkeiten für couragiertes Handeln erarbeitet.

Im Projekttag „Identität und Europa“ lernten die Schüler/-innen, ausgehend von ihrer eigenen Identität, den Grundgedanken der EU und die EU-Politik kennen. Sie setzten sich kritisch mit den demokratischen Grundprinzipien und deren teilweise widersprüchlichen Umsetzung z.B. in der Flüchtlingspolitik auseinander.

Art des Produkts:

  • Lehr-/Lernmaterial
  • Qualifizierungsmodul

Zielgruppen der Produkte:

  • Schüler/-innen
  • Menschen mit Migrationshintergrund
  • Lehrkräfte

Erfolge

Im Stadt- und im Landkreis Heilbronn nahmen 16 Schulen die Gelegenheit wahr, jeweils mindestens einen der neun entwickelten Seminartage zur beruflichen Orientierung zu buchen. Mit dem Angebot wurden mehr als 750 Schüler/-innen erreicht. Aus ihren Feedbacks ist zu entnehmen, dass sie wertvolle Hilfen bei ihrer beruflichen Orientierung erhalten haben. Entwickelt und in Schulklassen an Projekttagen getestet wurden Qualifizierungsmodule zur Interkulturellen Sensibilisierung sowie Weiterbildungsmodule zur interkulturellen Qualifizierung für mit der Zielgruppe arbeitende Lehrer/-innen und Sozialpädagog/-innen.

Aufgrund der aktuellen gesellschaftlichen Lage wurde deutlich, dass Angebote dieses Inhalts hohe Relevanz haben.

In einer Ausbildungswerkstatt eines mittelgroßen im Metallbereich tätigen Betriebes wurden gemeinsam mit den männlichen Auszubildenden und dem Ausbildungsleiter im Rahmen des GirlsDays 25 Mädchen einen ganzen Arbeitstag lang begleitet. Die Mädchen erstellten eigenständig ein Produkt und lernten auf diese Weise sämtliche Arbeitsgänge kennen.

Verstetigung und Transfer

Der Berufswahlfahrplan ist veröffentlicht worden und steht so vielen Lehrer/-innen und Sozialpädagog/-innen als Unterrichtscurriculum zur Verfügung.
Ein Weg zur Verstetigung der Seminarangebote "Interkulturelle Sensibilisierung" ist zum Projektende noch gesucht worden.

Kontakt

  ARKUS gGmbH
Happelstr. 17
74074 Heilbronn

Ansprechpartner/-in:
Anja-Christina Thom (Bereichsleiterin)
07131 991230
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.arkus-heilbronn.de/
 
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Das Projekt "XENOS Panorama Bund" wird im Rahmen des Bundesprogramms „XENOS – Integration und Vielfalt“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert.