Mellon plus - Gesundheit goes Diversity

Das Projekt versteht sich als eine länderübergreifende Kampagne für die Berücksichtigung von Vielfalt in der Gesundheitswirtschaft. Es zielt auf den Abbau von Diskriminierungen von benachteiligten Gruppen im Erwerbsleben, der Verbesserung von Teilhabechancen, der Gewinnung von Fachkräften und der Implementierung von Diversity Management in der Gesundheitswirtschaft.


Das Projekt

           
  Projektname: Mellon+ Länderübergreifender Projektverbund
Diversität in der Gesundheitswirtschaft
 

 
  Projektträger: genres e.V.
Helmut-Just-Str.4
17036 Neubrandenburg
   
  Verbundpartner: BioCon Valley® GmbH, EWEDO GmbH Dortmund, GiD GmbH, Diakonie Wuppertal - Migrationsdienste    
  Lernort:
Unternehmen und öffentliche Verwaltungen    
  Umsetzungsort:
Neubrandenburg, Greifswald, Wuppertal, Dortmund    
  Kernaktivitäten: Berufsorientierung, Ausbildung, Unternehmenskooperation, Organisationsentwicklung, Lokale/ Regionale Entwicklung, Diversity Management    
  Zielgruppen: Migrantinnen und Migranten sowie Menschen mit verschiedenen Benachteiligungen, Unternehmen der Gesundheitswirtschaft    
  Laufzeit: 01.01.2012 - 31.12.2014    
         


Über das Projekt

Beschreibung

Die Partner realisierten ihre (Teil-)Projekte mit einem gemeinsamen, die regionalen Unterschiede berücksichtigenden Säulen-Modell, welches den Aspekten des XENOS- Programms mit praxisbezogenen und übertragbaren Lösungsansätzen für (über-)regionale Problemlagen Rechnung trug.

Die SÄULE „Feste Basis für den Einstieg“ richtete sich an gering qualifizierte, benachteiligte und langzeitarbeitslose Menschen mit/ohne Migrationshintergrund. Die Teilnehmenden (EWEDO, Diakonie Wuppertal, genres e.V.) wurden beim Aufbau und der Stärkung ihrer Beschäftigungsfähigkeit sowie bei der Integration in den Arbeitsmarkt unterstützt. Dies geschah - in enger Kooperation mit regionalen Unternehmen des Gesundheitswesens - durch die berufliche Basisqualifizierung zu staatlich anerkannten Kranken- und Altenpflegehelfer/-innen. Die Teilnehmenden durchliefen Vormodule und mündeten nach Aktivierung/ Überprüfung der Voraussetzungen in die Basisqualifikation. Teilnehmende, die nicht in Basisqualifikation mündeten, erhielten Unterstützung, um in weitere Qualifizierungsmöglichkeiten bzw. in den Arbeitsmarkt einzutreten.

TP BioCon Valley/TZV arbeiteten daran, Einrichtungen und Unternehmen der Gesundheitstechnologie, Medizintechnik, Biotechnologie, Pharmaproduktion und des Gesundheitshandwerks anzusprechen und Praktikumsplätze für Personen der Zielgruppe zu akquirieren und zu begleiten.

Die SÄULE „Perspektive Fachkräfte“ zielte ab auf

  • die Sicherung von Beschäftigung,
  • die Verbesserung der Ausbildungs-/Einstellungspraxis in Unternehmen,
  • die Anpassung von Ausbildungsinhalten an veränderte Anforderungen von Bewerberinnen und Bewerbern,
  • Kundinnen und Kunden von Pflegeeinrichtungen und
  • die Steigerung der Attraktivität der Berufsfelder.

Beim Teilprojekt genres e.V. erhielten Geringqualifizierte die Möglichkeit zur Aufstiegsqualifizierung im Rahmen der verkürzten Altenpflege-Ausbildung. Ebenso wurde die Ausbildung von berufspädagogische Praxisanleiter/-innen gefördert.

Die SÄULE „Diversity Management“ setzte auf nachhaltigen Wandel und Interkulturelle Öffnung in Unternehmen des Gesundheitssektors durch Einführung von Diversity Management als gleichwertiges Qualitätsmerkmal neben anderen.

Ziele

Projektziel waren der Abbau von Barrieren und Diskriminierung für Personen mit Migrationshintergrund und Bildungsbenachteiligte beim Zugang zu Ausbildung und Beschäftigung, ihre Beschäftigungssicherung sowie die Teilhabe an Aufstiegsqualifizierungen in Unternehmen. Mit dem Ende der Projektlaufzeit sollte eine die nachhaltige Bundesländer übergreifende Implementierung von Diversity Management in der Gesundheitsbranche erreicht sein.

Methoden

  • Wissensvermittlung
  • Biografiearbeit
  • Interkulturelle Trainings
  • Niedrigschwellige Beratung
  • Kompetenzfeststellung
  • Aufsuchende Arbeit
  • Strukturbildung
  • PR-Kampagnen
  • Mittlertätigkeit

Angebote

Beschreibung des Angebots:

  • Anlauf- und Beratungsstelle für Fachkräfte und Unternehmen aus der Gesundheitsbranche HGW:
    • Beratung zu Aus- und Weiterbildung sowie zum Thema Berufseinstieg (enge Kooperation mit der IQ-Servicestelle und der Agentur für Arbeit Greifswald)
    • Praktika-Vermittlung
    • Beratung von Unternehmen zur Implementierung von Diversity Management
  • SEMA- Servicestelle ältere Migrantinnen und Migranten sowie deren Angehörige in Dortmund
  • BiographieCafé für Migrantinnen und Migranten im Seniorenwohnheim
  • Eigener Arbeitskreis AK- Vida mit Multiplikatoren Betriebe, Verwaltung, Gremien, Arbeitsverwaltung, Migranten
  • Eigener AK- Migranten mit Vertreterinnen und Vertretern aus Migrantenorganisationen

http://vmdo.de/sema-dortmund/

Art des Angebots:

  • Informations-/Beratungsstelle
  • Aus-/Weiterbildungsangebot

Zielgruppen der Angebote:

  • Menschen mit Migrationshintergrund
  • Betriebliche Akteurinnen und Akteure
  • Öffentliche Verwaltungen

Projektergebnisse

Produkte

Beschreibung des Produkts:

Schriftenreihe "Leitfaden - Diversität in der Gesundheitswirtschaft" (2014).

Die Schriftenreihe beschäftigt sich mit verschiedenen Einzelaspekten des Themas Diversität und Diversitätsmanagement in der Gesundheitsbranche. Es sind mehrere Themenhefte entstanden (als Broschüren und Downloads), die zum einen die umfangreichen Erfahrungen aus der Tätigkeit des Projektverbundes MellonPlus widerspiegeln und zum anderen eine Handreichung sowohl für Unternehmen und deren Führungskräfte als auch für deren Mitarbeitende bis hin zu Arbeitssuchenden darstellen.

Die Schriftenreihe möchte mit zahlreichen Beispielen aus der Praxis und konkreten Handlungsempfehlungen einen aktiven Beitragzur aktuellen Diskussion und zur Meisterung der vielfältigen Herausforderungen der Gesundheitsbranche leisten.

Themenheft 1-6

Art des Produkts:

  • Qualifizierungsmodul
  • Leitfaden
  • Informationsmaterial
  • Lehr-/Werbefilm

Zielgruppen der Produkte:

  • Menschen mit Migrationshintergrund
  • Lehrkräfte
  • Betriebliche Akteurinnen und Akteure
  • Öffentliche Verwaltungen

Erfolge

Ausbildungen zu Kranken-und Altenpflegehelfer/-in bzw. zu Altenpflegehelfer/-in verliefen erfolgreich:

  • 92% der Teilnehmenden, die Vormodule zur Ausbildung in M-V durchliefen ,mündeten in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung
  • 91% der Teilnehmenden in Wuppertal konnten in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse/ weiterführende Bildungsmaßnahmen eintreten
  • Ausbildungen zur Fachkraft/ Praxisanleiterausbildung bei genres e.V. verliefen erfolgreich.

EWEDO GmbH/gGid mbH Dortmund:

  • Sensibilisierung: Information aller Dortmunder Akteure zu kultursensibler Pflege und Gesundheit (P+G)
  • Etablierung SEMA- Servicestelle ältere Migrantinnen und Migranten/Angehörige
  • Etablierung 2 Arbeitskreise-Je AK 4 mal/J. 128 Akteure aus G+P und Migrant/-innen
  • Jobcoaching Pflege: 415 Beratungen. 77 Jobcoaching-Teilnehmende,35 Teilnehmende Arbeit/Ausbildung
  • Etablierung BiographieCafé Migrant/-innen im Seniorenwohnheim

Diakonie Wuppertal:

  • Sozialraumanalyse für Lutherstift mit Handreichung‚ Bedarfserhebung und Handlungsempfehlungen zur interkulturellen Öffnung des Lutherstifts‘
  • Etablierung AK „IKÖ-Lutherstift“ Mellon+ M-V hat regionale Akteurinnen und Akteure der Gesundheitswirtschaft für die Themen Diversität und Diversitätsmanagement sensibilisiert und vernetzt.
  • In Bezug auf Aufgabenstellung „Einführung von Diversity Management in Unternehmen“ mussten Anpassungen im Projektverlauf vorgenommen werden, die sich an Realitäten der Branche orientierten, um die Ziele des Vorhabens zu erreichen.

Grundsätzlich war hohe Bereitschaft in den Unternehmen, sich mit Vielfalt auseinanderzusetzen, vorhanden. Jedoch fehlten in der regionalen Unternehmensstrukturen Kapazitäten, um einen kontinuierlichen Prozess mit eigenen personellen und zeitlichen Ressourcen umzusetzen. Der Projektrahmen ermöglichte es, mit zielgenauen Angeboten einzelne Aspekte des Diversity Management zu berücksichtigen und entsprechende Bausteine gemeinsam zu entwickeln, zu erproben, einzuführen (z.B. Personal-Schichtplanung). So ist es u.a. gelungen, Sprachbildung/ Sprachprüfung für medizinisches Personal im Klinikum Neubrandenburg/Klinikum Karlsburg als Diversity-Instrument zu gestalten.

Netzwerke

Beschreibung des Netzwerkes:

Dortmund:

  • AK Migranten und AK Vielfalt in der Altenpflege
  • Gremienarbeit: vertreten in allen kommunalen Gremien und überregional
  • Vernetzung kommunal thematisch

Wuppertal:

  • AK IKÖ Lutherstift
  • AK DRK plus Mellon

Mecklenburg-Vorpommern:

  • Arbeitsgruppe Gründung des Willkommenszentrums in Greifswald (Stadt Greifswald, Universität Greifswald, MellonPlus, IHK Neubrandenburg, IQ-Netzwerk, Wirtschaftsförderung Vorpommern)
  • Länderübergreifend: Gesellschaft für Diversität in der Gesundheitswirtschaft

Art des Netzwerkes:

  • Netzwerk
  • Arbeitsgruppe

Zielgruppen der Netzwerke:

  • Auszubildende
  • Menschen mit Migrationshintergrund
  • Betriebliche Akteurinnen und Akteure
  • Öffentliche Verwaltungen
  • Arbeitslose

Verstetigung und Transfer

Die beteiligten Partnerinnen und Partner wirken über den Projektzeitraum hinaus weiter zusammen und haben weitere Akteurinnen und Akteure eingebunden. Die Form des integrativen Unterrichts ist an der ingepp-Pflegeschule Regelunterricht geworden. Eine Umsetzung der Ausbildungsform soll auf Einrichtungen in Vorpommern-Greifswald ausgehdehnt werden. Kooperierende Unternehmen wurden in die Netzwerkstrukturen des Integrationsfachdienstes eingebunden, um den Zugang der Zielgruppen zum Arbeitsmarkt zu verbessern.

Die Ausbildungen sind in Konzept und Curricula AZAV-zertifiziert worden und stehen somit als Regelinstrument zur Verfügung.


Die in Mellon+ qualifizierten Teilnehmenden (Kranken-und Altenpflegehelfer/-innen, Altenpfleger/-innen, Praxisanleiter/-innen) wirken als Botschafter für interkulturelle Öffnungsprozesse in ihren Beschäftigungs- und Ausbildungsstätten. Die Vermittlung bzw. der Aufbau von interkultureller Kompetenz zieht sich wie ein roter Faden durch ihre theoretische Ausbildung, so dass sie bei der Einführung und Verankerung von Diversity-orientierten Ansätzen eine wichtige Rolle spielen.

Im Rahmen der sich regelmäßig treffenden Arbeitsgruppe in Greifswald zur Willkommenskultur bzw. interkultureller Öffnung als Strategie der Fachkräftesicherung findet der Transfer von Erfahrungen aus dem Projekt statt.

Geplant ist Fortsetzung der Schriftenreihe „Leitfaden Diversität in der Gesundheitswirtschaft“.
Die Zusammenarbeit mit der Branche in Bezug auf Diversity Management und Interkulturelle Öffnung erfolgt durch die von den Partnerinnen und Partnern gegründete Verstetigungsstruktur DGDG.

NRW:

  • AK IKÖ Lutherstift
  • AK DRK plus Mellon
  • AK VidA Fachveranstaltung 50 Teilnehmende aus Betrieben/Verwaltung/Migranten/Gesundheit/Pflege
  • Verstetigtes Angebot gewünscht im Rahmen eines Masterplans „Demografischer Wandel“
  • Jobcoaching Verstetigung eines Vorschaltkurses als AZAV-Maßnahme des Jobcenters
  • Kommunikation: ethnische Medien Seniorenseite

Kontakt

  genres e.V.
Helmut-Just-Str.4
17036 Neubrandenburg

Ansprechpartner/-in:
Sylvia Büttner, Björn Marten
0395 5707220
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www.mellonplus.de
 
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Europäischer Sozialfonds Bundesministerium für Arbeit und Soziales Europäische Union

Das Projekt "XENOS Panorama Bund" wird im Rahmen des Bundesprogramms „XENOS – Integration und Vielfalt“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert.