Grenzenlos tolerant - Toleranz grenzenlos

In der Grenzregion Hof bis Passau sollen benachteiligte Jugendliche und junge Erwachsene die Möglichkeit erhalten, ihre Integrationschancen zu verbessern und neue Formen der Begegnung zu erleben. Darüber hinaus soll die Öffentlichkeit für Vielfalt und Toleranz sensibilisiert werden.


Das Projekt

           
  Projektname: Grenzenlos tolerant – Toleranz grenzenlos  

 
  Projektträger: Arbeitsgemeinschaft der Volkshochschulen im Landkreis Hof e.V.
Königstr. 22
95028 Hof
   
  Verbundpartner: Volkshochschule des Landkreises Freyung-Grafenau, Volkshochschule im Landkreis Cham e.V., Zweckverband Volkshochschule Passau    
  Lernort:
Städte, ländlicher Raum und europäische Grenzregionen    
  Umsetzungsort:
Passau, Hof, Landkreis Cham, Landkreis Freyung-Grafenau    
  Kernaktivitäten: Berufsorientierung, Übergangsmanagement, Ausbildung, Bildungsarbeit, Unternehmenskooperation, Organisationsentwicklung, Interkultureller Austausch, Lokale und regionale Entwicklung, Diversity Management    
  Zielgruppen: Schüler/-innen, Auszubildende, Menschen mit Migrationshintergrund, Lehrkräfte, Betriebliche Akteurinnen und Akteure, öffentliche Verwaltung, Arbeitslose, Eltern    
  Laufzeit: 01.01.2012 - 31.12.2014    
         


Über das Projekt

Beschreibung

Im Projekt "Grenzenlos tolerant – Toleranz grenzenlos" entwickelten vier Volkshochschulen in der deutsch-tschechischen Grenzregion vielfältige Aktivitäten, um die Chancengleichheit von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund beim Zugang zu Ausbildung und Beschäftigung und damit die Integration in die Gesellschaft nachhaltig zu fördern. Parallel dazu wurden Bezugspersonen und Multiplikator/-innen sowie die breite Öffentlichkeit für ein konstruktives Miteinander für Vielfalt und Toleranz und die Schaffung positiver InterKulturen gewonnen.

Die gemeinsame Entwicklung von Projekten im Projektverbund, der Austausch von Erfahrungen sowie die intensive Auswertung von Projektergebnissen ermöglichten die Verankerung von Prozessketten zur Ausschöpfung von Optimierungspotenzial im Hinblick auf die regional durchgeführten Projekte zur Öffnung und Sensibilisierung der Bevölkerung der ländlichen Grenzregion. Die Zielgruppen ließen sich flächendeckend in der deutsch-tschechischen Grenzregion nur durch den ganzheitlichen Ansatz, der auf den bereits beschriebenen drei inhaltlichen Säulen basiert, erreichen. Im Bereich der interkulturellen Sensibilisierung stand bei allen Teilprojekten die Bewusstmachung nicht nur der fremden, sondern auch der eigenen Kultur im Vordergrund, um so die eigene kulturelle Vorprägung zu erkennen. Somit sollte das Selbstverstehen zur Basis einer positiven interkulturellen Interaktion werden.

Ziele dieses methodischen Ansatzes waren die Schaffung von Offenheit, Sensibilität und der Wegfall von Vorurteilen zur positiven Veränderung der Grundhaltung der Zielgruppe.

Ziele

  • Sensibilisierung einer breiten Öffentlichkeit in der deutsch-tschechischen Grenzregion für Toleranz und Vielfalt
  • Förderung junger Menschen beim Einstieg in den Arbeitsmarkt und der Integration in die Gesellschaft
  • Ausbau bereits vorhandener Vernetzungen in der ländlichen deutsch-tschechischen Grenzregion

Methoden

  • Wissensvermittlung
  • Kreative Methoden
  • Interkulturelle Trainings
  • Patenmodelle
  • Coaching
  • Niedrigschwellige Beratung
  • Kompetenzfeststellung
  • Strukturbildung
  • PR-Kampagnen

Angebote

Beschreibung des Angebots:

  • Integrationsnetzwerk, Dialogzentren Integration/Anlaufstelle für Migrant/-innen und Ratsuchende, Infoplattformen für Migrant/-innen und Fachstellen
  • Beratungsleistungen, Integrationslotsen (alle Beratungsleistungen werden sehr gut angenommen), Regionale Integrationsstrategie, Profilpass für Migrant/-innen
  • Qualifizierungsmaßnahmen für Migrant/-innen
  • Interkulturelle Workshops, Straßenfeste, Begegnungstage, Wettbewerbe, Stadtführungen
  • Workshops gegen Rechts
  • Fachtagung, Vorträge, Projekttage
  • Medienpräsenz, Filmreportage, Autorenlesung, Führen eines Blogs, „Living Library“, Gründung einer multikulturellen Rockband
  • Ausstellungen, Veranstaltungsreihe „Begegnung der Religionen“
  • Motto „Vielfalt in der Region“
  • Erzählcafé
  • Kooperationen mit Tschechien und mit lokalen Firmen
  • Patenprojekt
  • Neue Formen der Begegnung
  • u.a. Schaffung der Marke „Unternehmen für Vielfalt und Toleranz“

Art des Angebots:

  • Informations- und Beratungsstellen
  • Koordinierungsstelle
  • Aus- und Weiterbildungsangebot

Zielgruppen der Angebote:

  • Auszubildende
  • Menschen mit Migrationshintergrund
  • Lehrkräfte
  • Betriebliche Akteurinnen und Akteure
  • Öffentliche Verwaltungen
  • Arbeitslose
  • Eltern

Projektergebnisse

Produkte

Beschreibung des Produkts:

Art des Produkts:

  • Qualifizierungsmodul
  • Informationsmaterial
  • Strategiepapier
  • Lehr- und Werbefilm

Zielgruppen der Produkte:

  • Schüler/-innen
  • Auszubildende
  • Menschen mit Migrationshintergrund
  • Lehrkräfte
  • Betriebliche Akteur/-innen
  • Öffentliche Verwaltungen
  • Arbeitslose
  • Eltern

Erfolge

Der Bekanntheitsgrad des Projektes und vor allem seines Anliegens fand in der Region entlang der deutsch-tschechischen Grenze nach drei Jahren Projektlaufzeit immer stärkere Beachtung und etablierte sich zu einem festen Angebot der Teilprojektpartner. Es zeigte sich eine große Aufgeschlossenheit der primären Zielgruppe.

Mehrfache Nachfragen zu den Projektinhalten und weiteren Aktivitäten und Maßnahmen unterstrichen die flächendeckende Wirkung der Projektarbeit.

Bei der breiten Bevölkerung in der deutsch-tschechischen Grenzregion wurden die Themen Integration und Vielfalt verwurzelt.

Netzwerke

Beschreibung des Netzwerkes:

Das Projekt „Grenzenlos tolerant – Toleranz grenzenlos“ wurde von einem Projektverbund, bestehend aus vier Projektpartnern, in der deutsch-tschechischen Grenzregion durchgeführt. Dabei war ein wichtiges Kriterium, dass die vielen einzelnen Teilprojekte der Projektpartner in den jeweiligen Regionen, die an vielen verschiedenen Stellen ansetzten, in ihrer Gesamtheit Erfolg versprechend sein konnten. Dies konnte nur mit einer gut funktionierenden und koordinierten Netzwerkarbeit gelingen.

Im Folgenden sollen beispielhaft einige Ergebnisse der regionalen Netzwerkarbeit der einzelnen Teilprojektpartner genannt werden.

Die VHS Landkreis Hof organisierte im Berichtszeitraum in enger Zusammenarbeit mit dem Regionalkoordinator des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge zwei Treffen des Integrationsnetzwerkes Hof. Es trafen sich Vertreter/-innen von Einrichtungen, die sich mit der Integration von Migrant/-innen befassten, wie Agentur für Arbeit, Jobcenter, Wohlfahrtsverbände, Hochschule, Migrant/-innenorganisationen, Bildungsträger, Handwerkskammer, regionale Firmen u.a. mit dem Ziel der Abstimmung der verschiedenen Aktivitäten und Projekte zur Integrationsförderung.

Ebenfalls wurden zwei Arbeitskreistreffen (Arbeitskreis Sprachkursträger, Arbeitskreis Interkulturelle Wochen) durchgeführt. Durch die enge Zusammenarbeit mit den Jobcentern und der Arbeitsagentur wurde die einjährige Qualifizierungsmaßnahme „XENOS-Fit für den Beruf“ auf den Weg gebracht. Das „Fest der Vielfalt“ war das Produkt von Kooperationen mit der Diakonie Hochfranken, mit Schulen und Gemeindeverwaltungen. Die Ausstellung „Juden im Dreiländereck“, die auf sehr großes Interesse stieß, war ebenfalls das Ergebnis zahlreicher erfolgreicher Kooperationen.

Ein erstes Netzwerktreffen für Facheinrichtungen und öffentliche Verwaltungen im Landkreis Freyung-Grafenau, die alle Kontakt zu Menschen mit Migrationshintergrund haben, fand mit sehr großer positiver Resonanz bereits 2012 statt. 2013 wurde statt eines weiteren Netzwerkstreffens eine Fachtagung zum Asyl- und Ausländerrecht organisiert, die den Fachstellen und Schulen für ihren täglichen Umgang mit benachteiligen Menschen wichtige Informationen lieferte. Auch der enge Kontakt zum Jobcenter 2012 wurde 2013 intensiviert und statt eines 8-wöchigen interkulturellen Workshops wurde ein 12-wöchiger Workshop initiiert.

Weitere Fortschritte der erfolgreichen Netzwerkarbeit zeigten sich als eine der Schulen im Landkreis auf die VHS zukam, um ein interkulturelles Training für ihre Schüler/-innen und deren Eltern anzubieten, was 2013 auch erfolgreich umgesetzt wurde. Der Kontakt zu Schulen wurde außerdem durch den Filmwettbewerb erheblich ausgebaut, was beispielsweise zu einem Projekttag über Respekt und Toleranz an der Schule führte.

Weitere Kontakte wurden beispielsweise zu den Organisatoren des Bundesfreiwilligendienstes sowie zu Presse- und Kirchenvertretern geknüpft (im Rahmen des Filmwettbewerbs).

An der VHS Passau entstand aus der Produktion des interkulturellen Kalenders „InterKult“ ein Netzwerk aus den folgenden Einrichtungen: IHK Niederbayern, HWK Niederbayern, Landratsamt, Volkshochschule, neun Betriebe, alle Städte, Märkte und Gemeinden im Landkreis Passau.

Im Zuge des initiierten Sprachpatenprojekts wurden ebenfalls mehrere Vernetzungstreffen (Verein Gemeinsam Leben und Lernen in Europa, Volkshochschule, Schulamt Passau, 25 Schulen im Landkreis Passau, Ehrenamtliche Sprachpaten) durchgeführt. Auch das interkulturelle Fest konnte nur durch enge Netzwerkarbeit (Stadt Passau, Kulturvereine, IHK Niederbayern, Verein Gemeinsam Leben und Lernen in Europa) erfolgreich organisiert und durchgeführt werden.

Die VHS Cham arbeitete in der Abstimmung von Inhalten, der Zuweisung von Teilnehmenden und der Ausstellung von Bestätigungen zur Kofinanzierung eng mit dem Jobcenter zusammen. Außerdem wurde eine feste Kooperation mit dem Landratsamt Cham initiiert, wo z.B. das „Erzählcafé für Migrant/-innen“ regelmäßig von der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises begleitet wird. Darüber hinaus wurden mit der sogenannten Jungarbeiterklasse (Jugendliche ohne Ausbildung) einer Berufsschule konkrete Projektinhalte umgesetzt. Auch in Schulen der Region beteiligte sich die VHS Cham im Zuge des Projekts an verschiedenen Aktivitäten. Gegenseitige Austausche konnten allein durch die Kooperation mit einer Partnerschule in Tschechien zustande kommen. Weiterhin gab es einen engen Austausch und eine gute Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und der VHS.

Art des Netzwerkes:

  • Netzwerk
  • Arbeitsgruppe

Zielgruppe der Netzwerke:

  • Schüler/-innen
  • Auszubildende
  • Menschen mit Migrationshintergrund
  • Lehrkräfte
  • Betriebliche Akteurinnen und Akteure
  • Öffentliche Verwaltungen
  • Arbeitslose
  • Eltern

Verstetigung und Transfer

Alle Teilprojektpartner trugen mit den regional durchgeführten Maßnahmen zu einer Sensibilisierung der Bevölkerung und damit zur Etablierung einer Willkommenskultur in der deutsch-tschechischen Grenzregion bei. Das heißt, dass sich die Einstellungen der beteiligten Menschen nachhaltig zu verändern beginnen. Deren Beständigkeit spricht für Nachhaltigkeit.

Folgende im Projekt initiierten Aktivitäten wurden nach Projektende weitergeführt:

  • Integrationsnetzwerk
  • Regionale Integrationsstrategie wurde publiziert und ist ggf. in das Leitbild des Landkreises Freyung-Grafenau eingeflossen
  • Marke „Unternehmen für Vielfalt und Toleranz“ wurde dem Landkreis zur Verfügung gestellt
  • Netzwerkarbeit der Teilprojektpartner wurde fortgesetzt.

Der Integration zur Selbstverständlichkeit zu verhelfen, ein WIR-Gefühl zu fördern, hat sich in allen vier Einrichtungen (VHSen) zu einem Querschnittsthema entwickelt und ist fest in den jeweiligen Angeboten etabliert. Die entwickelten Konzepte für interkulturelle Trainings wurden bereits den Jobcentern und der Agentur für Arbeit zur Verfügung gestellt. Die erstellten Beiträge aus Wettbewerben (Filmwettbewerb, Fotowettbewerb, Fotoausstellung etc.) sind weiterhin öffentlich zugänglich. Der Dachverband der Volkshochschulen erhält im Projekt entstandene Konzepte zur Verbreitung und bayernweiten Weiterverwendung. Die enge Zusammenarbeit der Teilprojektpartner nach gemeinsam erarbeiteten Strukturen macht eine einfache Nutzung der Projektaktivitäten durch andere Einrichtungen und Personen möglich, um die Einrichtung und Verbreitung der Willkommenskultur in der deutsch-tschechischen Grenzregion voranzutreiben.

Kontakt

  Arbeitsgemeinschaft der Volkshochschulen im Landkreis Hof e.V.
Königstr. 22
95028 Hof

Ansprechpartner/-in:
Andre Vogel
09281 714552
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http://www.vhs-landkreis-hof.de/projekte/xenos.html
 
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Europäischer Sozialfonds Bundesministerium für Arbeit und Soziales Europäische Union

Das Projekt "XENOS Panorama Bund" wird im Rahmen des Bundesprogramms „XENOS – Integration und Vielfalt“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert.