Perspektivraum Mittleres Erzgebirge - Grenzgänge für Vielfalt, Toleranz und Zukunft

Die Bewohner/- innen der Grenzregion Deutschland-Tschechien für kulturelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu sensibilisieren und damit die öffentliche Wahrnehmung eines gemeinsamen Wirtschafts- und Sozialraumes zu verstärken sowie Vielfalt und Toleranz als wichtige Zukunftsressource zu begreifen, ist Ziel des Projekts. Mit „Grenzgängen“ werden interkulturelle Begegnungen zwischen Jugendlichen, aber auch wirtschaftlichen Akteurinnen und Akteuren der Region initiiert.


Das Projekt

           
  Projektname: Perspektivraum Mittleres Erzgebirge – Grenzgänge für Vielfalt, Toleranz und Zukunft  

 
  Projektträger: DC DuvierConsult GmbH
Neefestraße 88
09116 Chemnitz
   
  Verbundpartner: Stadtverwaltung Lengefeld, Handwerkskammer Chemnitz    
  Lernort:
Städte, ländlicher Raum und europäische Grenzregionen    
  Umsetzungsort:
Altkreis Mittleres Erzgebirge, Nordböhmen (sächsisch-tschechische Grenzregion)    
  Kernaktivitäten: Berufsorientierung, Übergangsmanagement, Bildungsarbeit, Unternehmenskooperation, Organisationsentwicklung, Interkultureller Austausch, Lokale und Regionale Entwicklung    
  Zielgruppen: Schüler/-innen, Auszubildende, Lehrkräfte, Betriebliche Akteurinnen und Akteure, Öffentliche Verwaltungen, Arbeitslose    
  Laufzeit: 01.01.2012-31.12.2014    
         


Über das Projekt

Beschreibung

Das Verbundprojekt bildete durch die Teilprojektpartner als verbindendes Element im Sinne des Drei-Säulen-Ansatzes die öffentliche Hand (Stadtverwaltung Lengefeld), die Wirtschaft (Handwerkskammer Chemnitz) und die Bürger/‑innenschaft /freie Träger (DC DuvierConsult GmbH) ab. Es wurden Dienstleistungsketten für die Zielgruppen erprobt und verstetigt.

Ausgehend von der ländlichen Grenzlage und den damit verbundenen Beschränkungen der Chancen gesellschaftlicher Teilhabe sollten in der Gebietskulisse Altkreis Mittleres Erzgebirge Öffentlichkeit und Teilnehmende für das Programmziel kulturelle Vielfalt sensibilisiert und die Beschäftigungsfähigkeit in Verschränkung verbessert werden. Dafür haben in einem Verbundprojekt die DuvierConsult GmbH, die Stadt Lengefeld und die HWK Direktionsbezirk Chemnitz ein gemeinsames Konzept entwickelt und ihre Erfahrungen und Kooperationspartner eingebracht.

Mit Blick auf die Grenznähe, die Struktur des Sozialraums, die Grundeinstellungen, die neue Arbeitnehmerfreizügigkeit und die demographische Entwicklung gab es nachweislich erhebliche Defizite in diesem Bereich.

Die Partner verfolgten zwei Ansätze, die sich in Teilen verschränkten.

1. Sensibilisierung breiter Bevölkerungsschichten in einem kommenden gemeinsamen Wirtschafts- und Sozialraum durch gezielte PR-Arbeit über die Einzelvorhaben, durch den Aufbau einer Wanderausstellung, durch die kontinuierliche Durchführung von Zukunftswerkstätten und deren Umsetzung mit den lokalen Partner/-innen sowie durch die Ausgestaltung der Städte-, Schul- und Betriebspartnerschaften durch öffentlichkeitswirksame Aktionen. Dies betraf sowohl die Stadt- und Regionalentwicklung wie auch die wirtschaftlichen Kooperationen im Grenzraum mit Schwerpunkt auf dem Handwerk. Zielsetzung war die Akzeptanz der kulturellen Vielfalt und der Leistung der Arbeitspendler/-innen als Ressource.

2. grenzüberschreitender Austausch von Jugendlichen und Älteren sowie Schulung und Gewinnung von Multiplikator/-innen für die Programmziele

Ziele

Es wurden zwei Hauptziele verfolgt:

1. Sensibilisierung und Vermittlung der Leitziele „Vielfalt und Toleranz“ als Zukunftsressource im ländlichen Raum

2. Verbesserung der interkulturellen Kompetenzen und der Beschäftigungsfähigkeit der Teilnehmenden in bestehenden Netzwerken

Methoden

  • Wissensvermittlung
  • Kreative Methoden
  • Erfahrungsorientiertes Lernen
  • Interkulturelle Trainings
  • Niedrigschwellige Beratung
  • Strukturbildung
  • PR-Kampagnen
  • Mittlertätigkeit

Angebote

Beschreibung des Angebots:

  • Regelmäßige Kulturfestivals
  • Kulturcafé Lengefeld
  • Kompetenzcamps im Kloster Osek
  • Grenzüberschreitende Naturmärkte
  • Theaterworkshops und feste Gruppen mit Vorführungen
  • Musicalgruppe
  • Wanderausstellung

Downloads

Zielgruppen der Angebote:

  • Schüler/-innen
  • Auszubildende
  • Menschen mit Migrationshintergrund
  • Lehrkräfte
  • Betriebliche Akteurinnen und Akteure

Projektergebnisse

Produkte

Beschreibung des Produkts:

  • Methode des grenzüberschreitenden Camps eingeführt und erprobt
  • Methode der Zukunftswerkstätten als Instrument der zivilgesellschaftlichen Entwicklung eingeführt und erprobt
  • Berufsorientierung in OS Lengefeld eingeführt
  • Kulturcafé als Produkt entwickelt und verstetigt
  • fortlaufende Wanderausstellung "Ich bin gerne hier!" entworfen und eingeführt
  • Qualitätshandbuch zu den Projektinhalten entwickelt
  • Theater- und Musicalworkshops etabliert
  • Jährliche zweisprachige Führungen und Tag der offenen Tür im Kloster Osek eingeführt

Art des Produkts:

  • Leitfaden
  • Informationsmaterial
  • Kooperationsvereinbarungen
  • Lehr- und Werbefilm

Zielgruppen der Produkte:

  • Schüler/-innen
  • Auszubildende
  • Lehrkräfte
  • Betriebliche Akteurinnen und Akteure
  • Öffentliche Verwaltungen

Erfolge

Die Projektregion ist auf Grund ihrer Lage im Grenzraum und abseits der Ballungszentren durch eine überdurchschnittliche Abgrenzung gegenüber Fremden und Zugezogenen gekennzeichnet. Es ist gelungen, dies in Teilen aufzubrechen.

Im Mittelpunkt standen dabei öffentlichkeitswirksame Angebote, die für Toleranz und Vielfalt geworben haben. Zentral war die Werbung für interkulturelle Ansätze. Drei Kulturfestivals mit sehr gutem Zuschauerzuspruch konnten durchgeführt werden. Weiter wurde mit einer Wanderausstellung an 20 Orten für die Region geworben – diese war sehr gut besucht. Darüber hinaus fand der Aufbau eines Kulturcafés statt, welches zur Weiterentwicklung kultureller Ansätze vor Ort genutzt wird. Es wurden 18 Zukunftswerkstätten in Lengefeld mit dem Ziel der Definition von Entwicklungsprozessen auf der Grundlage von kultureller Vielfalt durchgeführt. Dazu kamen insgesamt 17 Kompetenzcamps im Kloster Osek, die je über mehrere Tage deutschen und tschechischen Jugendlichen die Möglichkeit boten, ihre Befähigungen im Bereich Beschäftigungsfähigkeit zu verbessern. Die jeweils neu gegründete Theater- und die Musicalgruppe führten mehrfach unter großer öffentlicher Teilnahme Premieren auf. Es wurden außerdem verschiedene Handwerkerworkshops angeboten. Das zu Projektbeginn bestehende Netzwerk konnte entscheidend gefestigt und erweitert werden.

Netzwerke

Beschreibung des Netzwerkes:

  • Kulturnetzwerk Lengefeld/Pockau: Zusammenschluss von Interessierten und Vereinen zur Förderung der kulturellen Vielfalt
  • Grenzüberschreitendes Netzwerk: Vereine, Förderkreise, Gemeinden und Schulen zur Durchführung von Begegnungscamps zwischen deutschen und tschechischen Jugendlichen
  • Handwerkernetzwerk: HWK Chemnitz, Wirtschaftskammer Most und Handwerksbetriebe der Region zur Verbesserung der interkulturellen Kompetenzen
  • Arbeitskreis Sonderausstellungen im Kalkwerk Lengefeld
  • Arbeitskreis Zukunftswerkstätten in Lengefeld: interessierte Bürger/-innen, Verwaltung – Definition und Umsetzung der kulturellen Angebote in der Gemeinde
  • Arbeitskreis Kulturfestivals: interessierte Bürger/Künstler/-innen – Vorbereitung und Umsetzung der Festivals
  • Freundeskreis des Kulturcafes Lengefeld: Angebote und Weiterführung
  • XENOS - Vernetzungsinitiative SüdOst im Lernort 4

Art des Netzwerkes:

  • Netzwerk
  • Arbeitsgruppe

Zielgruppen der Netzwerke:

  • Schüler/-innen
  • Auszubildende
  • Öffentliche Verwaltungen
  • Arbeitslose
  • Eltern

Verstetigung und Transfer

Das Projekt initiierte und organisierte regelmäßige Vernetzungstreffen mit anderen XENOS-Projekten aus dem Lernort 4 mit dem Ziel, den Transfer zu verbessern. Es wurde ein Projektfilm über die Ziele und Methoden von einzelnen Projektinhalten gedreht und der Öffentlichkeit präsentiert. Das Kulturcafé wird durch den Tourismusverein Lengefeld weiterbetrieben und durch die Stadtverwaltung finanziert. Es konnte ein Kooperationsvertrag zwischen der Stadt Lengefeld sowie dem Freundeskreis des Klosters Osek und DuvierConsult abgeschlossen werden, der die Fortführung der Kompetenzcamps ermöglicht. Das Kulturfestival Lengefeld sowie die Wanderausstellung "Ich bin gerne hier!" werden ebenfalls fortgeführt. Die HWK Chemnitz übernimmt die in den Handwerkercamps erprobte Methodik in das Bildungsangebot der Kammer, insbesondere mit dem Blick auf die Verbesserung der sozialen Kompetenzen von Schüler/-innen und Auszubildenden. Im Rahmen des Projektes ist es gelungen, eine wirksame Berufsorientierung in der Oberschule Lengefeld gemeinsam mit dem Berufsschulzentrum Zschopau zu implementieren, die auch fortgesetzt werden wird.

Kontakt

  DC DuvierConsult GmbH
Neefestraße 88
09116 Chemnitz

Ansprechpartner/-in:
Dr. Jesko Vogel
0371 381 925 7
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www.jugend-ist-zukunft.de/
 
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Europäischer Sozialfonds Bundesministerium für Arbeit und Soziales Europäische Union

Das Projekt "XENOS Panorama Bund" wird im Rahmen des Bundesprogramms „XENOS – Integration und Vielfalt“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert.