Bericht vom Fachtag „Führungsaufsicht – FREIHEIT – Fußfessel: Zusammenwirken von Strafvollzug, Bewährungshilfe und Maßregelvollzug“ des Berliner Projekts „Transit“

Das Thema der vom XENOS-Projekt „Transit – Qualifizierung und Arbeit im vollzuglichen Übergangsmanagement“ initiierten Fachtagung ist für den Übergang vom Strafvollzug in die Freiheit von besonderer Bedeutung. Warum genau und wie wichtig dabei der Austausch aller Beteiligten ist, wurde allen Anwesenden während der Tagung noch einmal nachdrücklich deutlich.

Zum ganztägigen Fachtag am 21. August 2013 im wannseeForum kamen über 60 Mitarbeitende aus den verschiedenen Berliner Institutionen rund um den Übergang vom Strafvollzug in die Gesellschaft: u.a. Bewährungshelfer/-innen, Sozialarbeiter/-innen, Richter/-innen, Pädagog/-innen, Psycholog/-innen aus der Psychiatrie, leitende Mitarbeitende des LKA, sowie Expert/-innen in Sachen elektronische Fußfessel. Viele der Teilnehmenden arbeiten zwar im gleichen professionellen Feld, - dies bedeutet aber durchaus nicht immer, dass auch genügend Raum für gemeinsamen Austausch besteht. Entsprechend begeistert zeigten sich die Teilnehmenden von der seltenen Möglichkeit des Austauschs mit Fachleuten der Institutionen über den gemeinsam zu gestaltenden Übergang für Straftäter/-innen. Dabei wurden immer auch persönliche Sichtweisen, Informationen und Details aus dem beruflichen Alltag eingebracht, die ansonsten in der Arbeitsroutine zu kurz kommen oder gar nicht thematisiert werden können. Der Leiter der Überwachungsstelle für die bundesweit  seit 2011 eingeführte elektronische Fußfessel für ehemalige Intensivstraftäter auf Bewährung erläuterte Erfahrungen in der Bundesrepublik sowie Erkenntnisse über Funktionsweise, soziale und individuelle Probleme, Bedenken und Lösungen bei der Implementierung. Eine Richterin der Strafvollstreckungskammer, die über Belange der Strafgefangenen nach der Verurteilung entscheidet, richtete konkrete Wünsche nach Austausch und Gespräch an die anwesenden Psycholog/-innen, Bewährungshelfer/-innen, Sozialpädagog/-innen, Justizvollzugsbeamt/-innen; v.a. mit Blick auf die notwendige Wissens- und Erfahrungsweitergabe an den beruflichen Nachwuchs. Die Vorträge fielen auf fruchtbaren Boden, es wurde viel notiert, Fallbeispiele und persönliche Eindrücke ausgetauscht.
Die am Nachmittag stattfindenden Workshops vertieften bzw. ergänzten die Informationen des Vormittags.
Wichtigstes Ergebnis neben dem Wunsch nach weiteren ressortübergreifenden Tagungen war die Bitte sowohl der Kolleginnen der Strafvollstreckungskammer und des LKA Spree sowie des leitenden Sozialarbeiters des Krankenhauses des Maßregelvollzugs nach intensiverer Zusammenarbeit ihrer Institutionen mit dem Strafvollzug und den Sozialen Diensten der Justiz. Das Projekt „Transit“ wird die Anregungen aufnehmen und, soweit dies möglich ist, in den Projektverlauf integrieren.

Der quer zu den Ressorts und Zuständigkeiten angelegte Fachaustausch und das wechselseitige Kennenlernen von Möglichkeiten und Zwängen der Beteiligten unterschiedlicher Dienste stieß auf sehr positive Resonanz bei den Teilnehmenden – sie wünschen sich weitere Tagungen dieser Art. Das Interesse und der Bedarf sind vorhanden: Bei diesem Fachtag überstiegen die an der Teilnahme Interessierten die Kapazitäten.
Weitere Informationen zum Projekt „Transit“ unter www.transit-berlin.eu/

 Bild: Projekt "Transit"

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