Zweiwöchige Auslandspraktika fördern Aufnahme betrieblicher Ausbildung bei benachteiligten Jugendlichen

XENOS-Projekt „iTools – Integrationsmodule im Übergang Schule-Beruf“

Das Zentrum für Schule und Beruf in Trägerschaft des DRK KV Bremen e.V. führt seit Januar 2012 das XENOS-Projekt „iTools – Integrationsmodule im Übergang Schule-Beruf“ durch. Unsere Projektangebote richten sich an besonders benachteiligte Jugendliche, die die Allgemeine Berufsschule Bremen (ABS) besuchen. Die ABS ist eine der wichtigsten Einrichtungen am Übergang vonFoto: Projekt i-tools der Schule in den Beruf in der Stadt Bremen. Sie wendet sich an Jugendliche im Alter von 16 – 18 Jahren, die die Regelschule verlassen haben und am Übergang von der Schule in eine Berufsausbildung zunächst gescheitert sind oder erst seit kurzem in Deutschland leben.
Die Teilnehmenden unseres Projekts sind überwiegend Jugendliche, die noch keinen  Schulabschluss erreicht haben.

 

Ein wichtiges Modul unserer Projektarbeit ist die Durchführung zweiwöchiger Betriebspraktika in Alanya/Türkei, in denen schuljährlich bis zu acht Teilnehmende die Chance haben, durch ein Praktikum in der Gastronomie und im Hotelgewerbe vertiefte Einblicke in die besonderen Herausforderungen der Arbeit in einem beliebten Tourismuszentrum zu erhalten.

Mit Unterstützung des Tourismusverbands Alanya ist es uns 2012 gelungen, mit dem "Club Paradiso" eine große und renommierte Hotelanlage als Praktikumspartner zu gewinnen.
Seither hat sich die Kooperation mit dem Clubmanagement beständig positiv weiterentwickelt. Bislang haben 14 Teilnehmende das Angebot genutzt und ihre Praktika in unterschiedlichsten Arbeitsbereichen (Küche, Konditorei, Service, Kinderbetreuung usw.) absolvieren können. Die Jugendlichen profitieren von dieser internationalen Arbeitserfahrung in vielfältiger Hinsicht:Foto: Projekt i-tools

  • Empowerment: die TN sind überwiegend durch Misserfolgserfahrungen belastet und haben oft nur ein geringes Selbstbewusstsein. Durch das erfolgreich absolvierte Bewerbungsverfahren nehmen sie eigene Stärken bewusst wahr und haben erfahren, dass sich persönlicher Einsatz und Zielstrebigkeit lohnen.
  • Erfahrung von Unterschiedlichkeit: im Auslandspraktikums erfahren sich die TN als Fremde und setzen sich aktiv mit der eigenen und der fremden Kultur auseinander. Zugleich wird die Wichtigkeit von Fremdsprachenkenntnissen (Englisch) deutlich.
  • Erwerb interkultureller Kompetenzen: der Umgang mit Gästen aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen erfordert Aufmerksamkeit, Sensibilität und Reflexion des eigenen als "normal" empfundenen Verhaltens.
  • Vorteile im Bewerbungsverfahren für einen Ausbildungs-/Arbeitsplatz: Ausbildungsbetriebe bewerten Bewerber_innen, die ein Auslandspraktikum vorweisen können, positiver.

Diese Liste ließe sich fortführen.

Ganz offensichtlich ist, dass die Teilnehmenden hoch motiviert aus der Türkei zurückkommen und sich deutlich zuversichtlicher und ernsthafter mit ihrer beruflichen Perspektivplanung auseinandersetzen. Dass die Jugendlichen von den Auslandspraktika profitieren, zeigt sich auch in der positiven Verbleibsstatistik. So nehmen überdurchschnittlich viele Absolventen des Praktikumsmoduls eine betriebliche Ausbildung auf.

Foto: Projekt i-toolsDer letzte Praktikumsdurchgang im Rahmen von "iTools" steht unmittelbar bevor.

Wir hoffen, dass unsere positiven Erfahrungen mit Auslandspraktika benachteiligter Jugendlicher auch andere ermutigen, dieses Instrument bei der beruflichen Orientierung der Zielgruppe verstärkt einzusetzen.

Ansprechpartner:

Martina Rothgänger (Projektleitung)
Zentrum für Schule und Beruf/ DRK KV Bremen e.V.
Steffensweg 171, 28217 Bremen
Tel. 0421 / 247 6030
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Europäischer Sozialfonds Bundesministerium für Arbeit und Soziales Europäische Union

Das Projekt "XENOS Panorama Bund" wird im Rahmen des Bundesprogramms „XENOS – Integration und Vielfalt“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert.