Erfolgreiche Verbreitung guter Ideen anlässlich der XENOS-Transfertagung "Innovative Ansätze zur Fachkräftesicherung und interkulturellen Öffnung in der Gesundheitsbranche"

Am 27. Mai 2014 richtete XENOS Panorama Bund in Kooperation mit fünf XENOS-Projekten in Köln eine Transfertagung aus, in deren Rahmen neue Wege für aktuelle ökonomische und gesellschaftspolitische Probleme in der Gesundheitswirtschaft diskutiert und aufgezeigt wurden. Über 130 Mitarbeitende aus XENOS-Projekten, Institutionen und Unternehmen der Gesundheitswirtschaft, Jobcentern und Arbeitsagenturen, aus Ministerien und Regionalbehörden beteiligten sich mit großem Interesse und viel Engagement an der Veranstaltung.

aktuelle XPBund Broschüre zur Tagung

Dem "XENOS-Auftrag", jungen Menschen mit multiplen Vermittlungshemmnissen den Weg in Ausbildung und Arbeit zu öffnen oder zu ebnen, kommen die fünf Modellprojekte „Die Zukunft der Pflege ist bunt“ (Köln), XENOS-ZIRQEL (Raum Aachen-Düren), Mellon Plus (länderübergreifend NRW-Mecklenburg-Vorpommern) sowie die beiden Berliner Projekte „Vielfalt kommt an!“ und „SoJung“ im Bereich der Gesundheitswirtschaft nach. Aus gutem Grund: kaum eine andere Branche hat einen derartigen Personal- und Fachkräftebedarf und ist deshalb gezwungen, sich auch Arbeitskräften mit nicht standardisierten Lebenswegen oder anderen kulturellen Hintergründen zu öffnen. Welche Wege gegangen werden können, um mehr junge Menschen oder Migrantinnen und Migranten für Berufe im Gesundheits- und Pflegebereich erfolgreich zu begeistern und wie sich Krankenhäuser, Altenheime und vergleichbare Institutionen in der Gesundheitsbranche so öffnen können, dass sich sowohl potenzielle Arbeitskräfte als auch Kundinnen und Kunden verschiedener Herkunft wertgeschätzt und zu Hause fühlen, haben die Projektemitarbeitenden an diesem Veranstaltungstag eindrucksvoll dargestellt.Teilnehmerinnen und Mitarbeitende XENOS ZIRQEL

In vier Foren wurden wirksame XENOS-Ansätze zu den Themen „Neue Wege zur Aktivierung und Qualifizierung“, „Interkulturelle Öffnung von Gesundheitseinrichtungen“, „Bedeutung der lokalen Vernetzung für die Fachkräftesicherung“ sowie „Kreative Ansätze zur Fachkräftesicherung vor Ort“ vorgestellt und mit den Teilnehmenden diskutiert. Dabei wurde deutlich, dass zum einen für den Erfolg solcher Projekte strategische Kooperationen (mit Akteurinnen/ Akteuren der öffentlichen Hand, Unternehmen und sozialen Institutionen) sehr entscheidend sind und dass es zum anderen dann "funktioniert", wenn die Angebote bedarfsorientiert und lokal/ regional auf die jeweilige Klientel zugeschnitten sind. Außerdem hat sich die Annahme bestätigt, dass Reform und Anpassung von Trainings- und Ausbildungsangeboten dringend geboten sind. XENOS-Projekte haben sich als Vorreiter erwiesen, weil sie hier neue Wege gehen, um die Bedarfe der Teilnehmenden und potenziellen Arbeitgeber zu befriedigen. Jetzt müssen nur noch Politik und Ausbildungspraktiken folgen...

Thomas Becker, XENOS-Programmkoordinator im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), betonte in seinem Grußwort, dass das Bemühen der XENOS-Projekte um Nachhaltigkeit, Verstetigung und Transfer ganz dem Anliegen der EU-Kommission und der ESF-Programmkoordination im BMAS entspräche und dankte der Transfer- und Vernetzungsstelle XENOS Panorama Bund für die wirksame Unterstützung der Projekte. Die im Mai von der Transferstelle  herausgegebene Broschüre „Neue Wege im Gesundheits- und Pflegebereich“ sei ein weiteres wirksames Mittel zur Verbreitung der guten XENOS-Ideen.

Markus Leßmann, MGEPA NRWMarkus Leßmann, Leiter der Abteilung Pflege, Alter, demografische Entwicklung im nordrhein-westfälischen Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter, bekräftigte in seinem Grußwort die Bedeutung der Themen Fachkräftesicherung und interkulturelle Öffnung für die Gesundheitsbranche: „Diese Tagung ist wichtig, weil sich die neuen Herausforderungen an das Pflegesystem nur lösen lassen, wenn man innovativ denkt und Vernetzung über Berufe und Versorgungssysteme hinaus betreibt. Wir müssen die vielfältigen sozialen und kulturellen Potenziale der beruflich Pflegenden optimal nutzen und so auch den Bedürfnissen der kranken und pflegebedürftigen Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen und kulturellen Hintergründen besser gerecht werden.“Carsten Drude, BLGS

Carsten Drude, Vorsitzender des Bundesverbandes Lehrende Gesundheits- und Sozialberufe e.V., forderte in seinem Grundsatzreferat eine bessere Durchlässigkeit in der Pflegeausbildung, die gleichermaßen die Akademisierung fördert, aber auch die Zugangschancen für geringer Qualifizierte erhöht und die generalistischer ausgerichtet sein sollte.

Klaus-Dieter Paul vom Veranstalter XENOS Panorama Bund/ u.bus GmbH machte darauf aufmerksam, dass XENOS-Projekte immer auch Wegbereiter sozialer Innovation sind und waren. Damit diese Früchte tragen kann, bedarf es jedoch sowohl der unterstützenden Rahmenbedingungen von Politik und Verwaltung als auch der Anpassung an neue Bedarfe und (von den Projekten bereits erprobten) neuen Möglichkeiten. Dies gälte es, neben dem Transfer guter Praxis, voranzutreiben und zu fördern.

Die ausführliche Dokumentation der Tagung inklusive der Beiträge der Vortragenden ist in Kürze hier zu finden.

 Bericht und Fotos: Elke Biester, XENOS Panorama Bund/ CONVIS Consult & Marketing GmbH

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Europäischer Sozialfonds Bundesministerium für Arbeit und Soziales Europäische Union

Das Projekt "XENOS Panorama Bund" wird im Rahmen des Bundesprogramms „XENOS – Integration und Vielfalt“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert.