Jubel über den Schulabschluss - dank I.B.I.S.

Ergebnisse des Lübecker Projekts „Interkulturelle Bildung in Systemen“

Ein afrikanisches Trommelkonzert eröffnete die Abschlussveranstaltung in der Volkshochschule Lübeck.Ein Freudenschrei und ein Sprung in die Luft: Das war die Reaktion der jungen Cennet Inanc, nachdem sie in der Aula der Volkhochschule Lübeck ihr Hauptschulzeugnis bekommen hatte. Auch die Absolvent/innen Jenifer Könes und Erkan Schneidewind waren – stellvertretend für alle - bei der Abschlussveranstaltung des dreijährigen XENOS-Projektes I.B.I.S. (Interkulturelle Bildung in Systemen) mit von der Partie. Sie erhielten ihr Zeugnis aus der Hand von Friedrich Fiedler, Abteilungsleiter Berufsvorbereitung an der Emil-Possehl-Schule. In Kooperation mit der Berufsschule und dem Verbundpartner BQL (Berufsausbildungs- und Qualifizierungsagentur Lübeck) hatte die Gemeindediakonie den Hauptschulkurs bei I.B.I.S. angeboten.

 

„Sie sind der sichtbare, lebendige Beweis für den Erfolg dieses Projektes“, begrüßte Diakoniepastorin Dörte Eitel, Geschäftsführerin der Gemeindediakonie Lübeck, die rund 20 Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Saal. Sie alle sind, wie insgesamt 179 Teilnehmende des Projektes zur beruflichen Orientierung, auf ihrem Ausbildungsweg einen großen Schritt weiter. Mit ihnen freuten sich rund 50 weitere Gäste der Veranstaltung, zu der die Gemeindediakonie als federführende Projektkoordinatorin eingeladen hatte.

42 Teilnehmende im Alter von 17 bis 25 Jahren, meist Empfänger/innen von Arbeitslosengeld II, haben im Rahmen von I.B.I.S. ihren Schulabschluss gemacht, wurden auf eine weiterführende Schule, in Ausbildung oder in Arbeit vermittelt; 64 haben Betriebspraktika geleistet. Alle Teilnehmenden haben ein persönliches Coaching und eine individuelle Förderung erhalten. Zum Beispiel von Coach Sebastian Stoltz: „Ich war dafür da, die Teilnehmenden sowie die Lehrerinnen und Lehrer während des Schulunterrichts zu unterstützen und Konflikte zu schlichten“, berichtete der Mitarbeiter der Gemeindediakonie. „Die Lehrer haben mir dazu viel positives Feedback gegeben.“ Unzählige „Erfolgserlebnisse“ habe es gegeben und eine aktive „Partizipation“ der Teilnehmenden. So war auch der einhellige Tenor der Befragten auf dem Podium.Jubel über den Hauptschulabschluss: (v. l.) Cennet Inanc, Erkan Schneidewind und Jenifer Könes mit ihren Zeugnissen.

„Wir konnten so frei handeln, wie es nötig war“, sagte Michael Schramm, Coach bei der BQL. „Die Teilnehmenden haben uns zum Teil sehr gefordert. Aber wir sie auch. Das war spannend und auch schön.“ Victoria Koke sprach für den Projektpartner IKB (Interkulturelle Begegnungsstätte – Haus der Kulturen): „Wir können soziale Ungerechtigkeit nicht beseitigen. Aber wir konnten mit I.B.I.S. Bausteine liefern. Es gab viele Angebote und ein gutes Netzwerk.“ Ute Hagge von der Gemeindediakonie berichtete von „vielen positiven Rückmeldungen“ zu den 27 angebotenen interkulturellen Schulungen in Betrieben und Einrichtungen, wie der Verwaltung der Hansestadt Lübeck und dem Jobcenter. „Die Hansestadt möchte die Schulungen als Bestandteil der Ausbildung weiterführen und über die Projektlaufzeit hinaus durchführen“, so Hagge.

Fazit: I.B.I.S. war alles in allem ein Erfolgsprojekt und wird nachwirken.

Das betonte auch Joachim Tag, Geschäftsführer des kooperierenden Jobcenters Lübeck, in seinem Grußwort. Das Projekt hinterlasse Spuren. „Ein schöneres Kompliment kann es dafür nicht geben“, sagte er. Projektleiterin Gabriele Sester stellte in einer Präsentation die wesentlichen Ergebnisse und Erfolgskriterien vor. Eine flexible Struktur und Gestaltung bei den Berufs-und Projektkursen gehörten dazu sowie ein erhöhter Coaching-Anteil. „Wir haben schnell festgestellt: Das Coaching ist das Zentrale“, betonte die Sozialwissenschaftlerin. „Zuerst und parallel zur beruflichen Orientierung mussten Problematiken und Vermittlungshemmnisse der Teilnehmenden bearbeitet werden.“

Und auch die „nicht messbaren“ Erfolge seien wichtig, wie der Anleiter des Berufskurses Fahrradwerkstatt (BQL), Bernd Braemer, sagte: „Es war toll zu sehen, wie sich manche Persönlichkeiten entwickelt haben.“

Ihr kreatives Potenzial zeigten die Teilnehmenden in einem vielfältigen Rahmenprogramm. Dazu gehörten afrikanische Trommeleinlagen, selbst gedrehte Filme, Fotos und künstlerische Arbeiten. Einige Jugendliche boten in den Pausen alkoholfreie Cocktails an, andere ließen sich beim Anfertigen von herbstlichen Gestecken über die Schulter schauen. Stellwände mit Fotocollagen und Texten sowie mitgebrachte Produkte und Utensilien lieferten Einblicke in die vier Berufskurse Körperpflege und Gesundheit (BQL), Garten und Landschaftsbau (BALI / JAW), Gastronomie und Hauswirtschaft (IKB) sowie Fahrradwerkstatt (BQL).

I.B.I.S., gefördert im Rahmen des Bundesprogramms XENOS – Integration und Vielfalt durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds, läuft noch bis Ende 2014.

Kontakt: I.B.I.S.-Projektleitung, Gabriele Sester, Tel. (0451) 61 32 01-509, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

www.ibis-projekt-luebeck.de

Redaktion: Oda Rose-Oertel, Presse- u. Öffentlichkeitsarbeit, Tel. (0451) 7902-203, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

 

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