3.9. "Immaterielle" Erfahrungen verbreiten

Erfahrungen sind immateriell- das macht es nicht einfacher, sie zu verbreiten!
Erfahrungen, die in der Projektarbeit gesammelt werden, sind kaum planbar, häufig eher unerwartet und unvorhersehbar.

So erleben Projektmitarbeiter/-innen und Teilnehmer/-innen die Aktivitäten individuell unterschiedlich. Aber auch beim Austausch über Methoden, bei Vernetzungs- und Fachveranstaltungen erleben Menschen Neues und Altes aus anderer Perspektive. Pausengespräche und Analogien aus fremden Bereichen irritieren und schaffen Erlebnisse und Erfahrungen, die sich schwer verbreiten und nutzen lassen.

Erfahrungen sind eben immaterieller Natur. Herkömmliche Verbreitungsmethoden - Handbücher, CD-ROMs mit Lehr-/Lernmaterial, Websites, Newsletter - können nur schwer persönliche Einsichten und Erlebnisse transportieren. Außerdem sind Erfahrungen immer an den Kontext gebunden, in dem sie gemacht wurden - das macht ihren besonderen Wert aus, allerdings fällt die Übertragung schwer.

Hilfreich bei der Verbreitung von Erfahrungen und Erlebnissen können audiovisuelle Medien sein. Im Film gezeigte Reaktionen, Gefühle, Konflikte und Bilder sind starke Träger. Das macht den Film zu einem überzeugenden Medium für die Vermittlung von Erfahrung und Erlebnissen. Mit relativ einfachen und kostenfreien Mitteln, Programme wie Audacity, können Podcast von Interviews, Rollenspielen, Gruppendiskussionen erstellt und nachbearbeitet (geschnitten) werden. Audiodateien und Videos können über die eigene Projektwebsite oder Plattformen wie Vimeo oder Youtube, bzw. thematische Portale im jeweiligen Lernort zugänglich gemacht werden.

Darüber hinaus bieten Theater und Performances im öffentlichen Raum eine Möglichkeit, Erfahrungen zu schaffen und zu teilen. Über anschließende Publikumsdiskussionen kann versucht werden, diese Erfahrung „einzufangen“ und über eine Dokumentation oder Presseartikel noch weiter zu verbreiten.

Selbst in herkömmlichen Verbreitungsmedien, wie Konferenzen, wird für den freien Erfahrungsaustausch Zeit eingeräumt. Diese Form des Wissensaustauschs lebt von der Expertise der Teilnehmenden sowie der Bereitschaft, darüber zu sprechen. Im kleinen Kreis können Problemstellungen leichter angesprochen, individuelle Fragen effizienter besprochen und persönliche Kontakte geknüpft werden.

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