"Keiner darf verloren gehen" - Bericht vom Fachtag des Projekts I.B.I.S.

Fachtagung diskutierte vielfältige Hilfen für junge Arbeitslose

„Wir brauchen die Jugendlichen auf dem Arbeitsmarkt“: Das betonte Joachim Tag, Geschäftsführer des Jobcenter Lübeck, in seinem Vortrag „Chancen für Jugendliche in Lübeck“ im Rahmen einer Fachtagung des Projektes I.B.I.S. (Interkulturelle Bildung in Systemen). Unter der Überschrift „Zwischen Stabilisierung und beruflicher Perspektive – Impulse und Praxiserfahrungen aus der Arbeit mit benachteiligten jungen Menschen“ trafen sich am 12. November 115 Fachleute aus den Bereichen Berufsvermittlung, Berufsausbildung sowie Berufshilfe in der Volkshochschule Lübeck. „Keiner darf verloren gehen“, hob Joachim Tag hervor. Das Jobcenter gehe darum auch innovative Wege – unter anderem vermittelt es junge Hartz IV-Empfänger/ -innen in praxisorientierte Projekte wie I.B.I.S. Sorge machten vor allem die vielen jungen Arbeitslosen, die keinen Hauptschulabschluss hätten (etwa jeder fünfte).

Aus Berlin und Hamburg wurden Projekte präsentiert, die ebenfalls ganz eigene Ansätze in ihrer Arbeit verfolgen. Sozialpädagogin Jasmine Aust und ihr Kollege Erik Mohring von der Manege gGmbH in Berlin-Marzahn beeindruckten die Zuhörer mit Schilderungen vom Leben und Arbeiten mit Jugendlichen in ihren XENOS-Projekten „24/7 – Erreichbarkeit ist möglich“ sowie  „UnI – Umfassende nachhaltige Integration“. Erzieher/ -innen, Sozialpädagog/ -innen und weitere Fachkräfte, geleitet von zwei Ordensfrauen, betreuen Jugendliche 24 Stunden am Tag und sieben Tage in der Woche.

Aus Hamburg kam das Beispiel der „Gangway-Schule“, vorgetragen von deren Leiterin Christine Heß. Junge Menschen von 14 bis 21 Jahren, darunter auch solche mit psychischen Störungen, bereiten sich hier auf ihren Schulabschluss vor. In den Anfängen des 1992 gegründeten Projektes gehörte der Aufenthalt auf einem Schul –und Arbeitsschiff zum pädagogischen Konzept. Unter den Mitarbeitenden sind neben den Lehrer/innen auch Handwerker/innen, spezielle Lerncoaches und Therapeut/innen.

Das dreijährige Verbund-Projekt I.B.I.S. stellte Gabriele Sester, Projektleiterin bei  der Gemeindediakonie, vor. Gemeinsam mit allen Partnern und Teilprojekten will I.B.I.S. junge Arbeitslose – zu einem großen Teil ohne Hauptschulabschluss - durch Berufs- und Projektkurse sowie engmaschiges Coaching fit machen für Schule, Ausbildung und Beruf. „Im Mittelpunkt steht bei uns die psycho-soziale Stabilisierung“, betonte die Diplom-Soziologin. Diese werde vor allem durch das Coaching erreicht. Das Projekt I.B.I.S. wird noch bis Ende 2014 im Rahmen des Bundesprogramms XENOS – Integration und Vielfalt durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert.

In vier Workshops konnten die Teilnehmenden einzelne Themen vertiefen. Diese handelten von „Motivations- und Anreizsystemen“, „Aggression verstehen – Grenzen setzen“, „SUCHT: Probleme erkennen und richtig handeln“ sowie „Diversität in der beruflichen Bildung“. Letzterer wurde von der interkulturellen Trainerin und Mitarbeiterin der Gemeindediakonie, Sylvia Teske-Schlaak, geleitet.   

„Zum Themenfeld Berufsbildung von benachteiligten Jugendlichen gibt es nicht viele Möglichkeiten des fachübergreifenden Austauschs“, sagte Gabriele Sester nach der Veranstaltung. „Daher sind wir froh, dass wir dieses Angebot machen konnten. Die große Zahl der Anmeldungen hat uns gezeigt, wie wichtig dieser interdisziplinäre Austausch für die Kolleginnen und Kollegen ist.“

Zur Fachtagung und zum Projekt I.B.I.S. wird eine Dokumentation vorbereitet, der Erscheinungstermin wird noch bekannt gegeben. Die Dokumentation wird dann auch im Internet abrufbar sein.

www.ibis-projekt-luebeck.de




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Das Projekt "XENOS Panorama Bund" wird im Rahmen des Bundesprogramms „XENOS – Integration und Vielfalt“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert.