„Unterstützung, die ankommt!“ – Fachtagung des Projektes PASST war voller Erfolg

Wohin steuern die so genannten neuen ambulanten Maßnahmen? Welche Perspektiven haben innovative Modellprojekte wie PASST und welche Visionen verbindet die engagierten Experten aus Jugendämtern und Jugendrichtern? Die Fachtagung Perspektiven alternativer Sanktionsmodelle im Rahmen des ESF-geförderten XENOS-Projektes Pädagogische Angebote für Sozialstundenleistende - PASST ging diesen und weiteren Fragen am 14. 11. 2013 im Jahrhunderthaus Bochum nach.

„Die Idee, junge Erwachsene während ihrer Sozialstunden mit zusätzlichen Qualifikationen und zusätzlicher Sozialkompetenz zu fördern fand ich unterstützens- und nachahmenswert.“ So Bundestagsabgeordnete Ingrid Fischbach im, von Geschäftsführerin Cornelia Weskamp verlesenen Grußwort. Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU Bundestagsfraktion hatte sich aktiv für die Umsetzung des Projektvorhabens eingesetzt.

Die Direktorin des Amtsgerichts Bochum, Frau Rita Finke-Gross erläutert den rund 65 Besuchern die Sinnhaftigkeit von Projekten wie PASST und bestätigt deren Notwendigkeit im Alltag des Jugendrechts. „So ein Projekt war längst überfällig“ erläuterte Sie dem bunt gemischten Publikum, „damit rennen Sie offene Türen ein“.

Die Leiterin des Jugendamtes Herne – Frau Dr. Annette Frenzke-Kulbach löst die Amtsgerichtsdirektorin ab und bestätigt höchstes Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit der beiden Städte insbesondere in diesem Projekt. „PASST ist sinnvolle und zielführende Unterstützung die ankommt und wir haben ein hohes Interesse an seiner gemeinsamen Weiterführung“.

Auch die Vertreter der Jobcenter Bochum und Herne unterstreichen Ihre Begeisterung für PASST. Häufig erlebe man dass Kunden des Jobcenters mit neuen Perspektiven von PASST zurück kommen, beschreibt Frau Maria Heinrich – Bereichtsleiterin des Jobcenters Bochum die Erfahrungen mit PASST Teilnehmern.
 
Wie häufig kriminelle Handlungen unter Jugendlichen vorkommen und welche Bedingungen sich positiv auf die Entwicklung Jugendlicher auswirken, erläutert Prof. Dr. Klaus Boers von der Universität Münster in seinem wissenschaftlichen Vortrag. Professor Boers führt seit 11 Jahren eine Dunkelfeld-Studie mit Jugendlichen in Duisburg zum Thema Jugenddelinquenz durch. Von PASST zeigt auch er sich mehr als begeistert: „Die konzeptionelle Verbindung von sozialpädagogischen Programmen mit beruflichen Integrationsmaßnahmen, .entspricht genau der gesetzlichen Vorstellung über die jugendstrafrechtliche Arbeitsweisungen, die von den Jugendgerichten am häufigsten verhängt werden. Gleichwohl ist deren Umsetzung durch PASST nach meiner Kenntnis einmalig.“ Seinem Vortrag schließt sich eine rege Diskussion im Publikum an.

Heribert Geisler, Projektleiter von PASST präsentiert den Film zum Projekt und erläutert anschließend in seinem Vortrag die wichtigsten Zwischenergebnisse des Projektes.

Als die Geschäftsführerin der Deutschen Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfen – DVJJ e.V.  Dr Nadine Bals die Bühne betritt sorgt sie sogleich mit harten Fakten und einem kritischen Rückblick auf 25 Jahre ambulante Maßnahmen für sichtbare Ernüchterung. Ambulante Maßnahmen werden häufig in einem Sanktionscocktail nach dem Motto: ein bisschen Strafe – ein bisschen Pädagogik - verordnet. „Die Kürzungen der Fördermittel und die Gewährung von Jugendhilfeangeboten nach Kassenlage erschwert die fachlich und qualitativ vernünftige Durchführung. Ohne den politischen Willen der Länder und Kommunen ist eine angemessene Ausstattung der Jugendhilfe und Justiz mit finanziellen und personellen Ressourcen unwahrscheinlich.“

Unter der Moderation von Michael Künker – Bereichsleiter der individuellen Jugendhilfe bei ViA Bochum treffen in der abschließenden Podiumsdiskussion die Gastreferenten zusammen mit ViA Mitarbeiterin Irmgard Jäger auf Frau Dagmar Hanses (Bündnis 90 / Die Grünen)– rechts- und jugendpolitische Sprecherin im Landtag NRW. Auf dem Podium wird nun auch mit dem Publikum lebhaft darüber diskutiert was getan werden kann, um die Weiterführung des Projektes finanziell zu ermöglichen? Welche Chancen bestehen und wie ist die nordrheinwestfälische Regierung auf ambulante Maßnahmen zu sprechen? Am Ende ist man sich einig, dass neben nachweisbarem Erfolg und finanzieller Machbarkeit auch eine starke personelle und institutionelle Allianz entscheidend für den Erfolg sein kann.

Informationen zum Projekt: www.ViA-Bochum.de
Kontakt:
Projekt Passt
Jasmin Seiwert
ViA Bochum e.V.
Harpener Feld 14
44805 Bochum
Tel.: 0234/95541-52
Fax: 0234/95541-99
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