Die Justiz braucht Diversity-Kompetenz

„Diversity-Kompetenz in der Justiz ist für einen diskriminierungsfreien Zugang zum Recht notwendig“

Anlässlich des zweiten Deutschen Diversity-Tags am 3. Juni 2014 forderte Beate Rudolf, Direktorin des Deutschen Instituts für Menschenrechte Instituts eine systematische Stärkung der Diversity-Kompetenz in der Justiz. Die Vielfalt der Gesellschaft müsse sich in der Justiz selbst ebenso widerspiegeln wie im Umgang der Justiz mit allen Verfahrensbeteiligten. Die Richterschaft, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte, Justizbehörden sowie die Anwaltschaft stünden in der Verantwortung, vorurteilsfrei und wertschätzend mit den vielfältigen Parteien zu kommunizieren, um Beschwerde- und Gerichtsverfahren fair und angemessen führen zu können.

„Diversity-Trainings sollten fester Bestandteil der juristischen Regelausbildung und der Berufsfortbildung werden“, sagt Nina Althoff, Juristin und Leiterin des XENOS-Projekts „Anwaltschaft für Menschenrechte und Vielfalt“ am Institut. Heute fehle es sowohl an einem entsprechenden Angebot als auch an einem Bewusstsein dafür, wie sehr anwaltliche Beratung, Gerichtsverfahren und Urteile von Chancenungleichheit und Diskriminierung beeinflusst sein können.

In diesem Zusammenhang erinnert das Institut auch an die von Bundesjustizminister Heiko Maas angekündigte Stärkung der interkulturellen Kompetenz bei Strafverfolgungsbehörden und Richterschaft. Dies wurde im Rahmen der Diskussionen zur Umsetzung der Empfehlungen aus dem NSU-Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestages mehrfach als notwendige Begleitmaßnahme betont. Das Deutsche Institut für Menschenrechte begrüßt dies und appelliert an die betreffenden Stellen, zeitnah entsprechende Qualifizierungsmaßnahmen zu entwickeln und anzubieten.

 Das Projekt „Anwaltschaft für Menschenrechte und Vielfalt“ entwickelt Informations- und Fortbildungsmodule für Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte in Diversity und menschenrechtsbasiertem Diskriminierungsschutz. Langfristig sollen die Fortbildungen in die Curricula der juristischen Bildungsträger aufgenommen werden. Das Projekt stützt sich auf Kooperationspartner wie das Deutsche Anwaltsinstitut, den Deutschen Anwaltverein und die Bundesrechtsanwaltskammer.

 Informationen zum Projekt „Anwaltschaft für Menschenrechte und Vielfalt“

Das dreijährige Projekt ist im Januar 2012 gestartet und wird im Rahmen des Bundesprogramms „XENOS - Integration und Vielfalt“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert.

Online-Handbuch „Aktiv gegen Diskriminierung“

Pressekontakt:
Bettina Hildebrand, Pressesprecherin, Telefon: 030 25 93 59 – 14
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Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Instituts für Menschenrechte vom 02.06.2014

 

 

 

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