Erste Auftakt- und Vernetzungsworkshops für die XENOS Projekte der Lernorte 2 und 3

Die bundesweite Transfer- und Vernetzungsstelle XENOS Panorama Bund lud zu den ersten Workshops einer langen Reihe von Qualifizierungs,- Vernetzungs- und Transferworkshops ein – und 60 Projekte, das sind über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, kamen in das Pfefferwerk in Berlin.
Projektkoordinator/-innen, -Mitarbeiter/-innen, Geschäftsführer/-innen und das Team von XENOS Panorama Bund hatten die Gelegenheit, sich persönlich kennenzulernen, Projektziele und – schwerpunkte auszutauschen, nach ähnlichen Produkten, Ansätzen und Methoden zu forschen und sich mit den Angeboten von XENOS Panorama Bund auseinanderzusetzen.

Die ausführliche Dokumentation der beiden Workshops finden registrierte Nutzer/-innen der Website hier: Auftaktworkshops Lernort 2, Auftaktworkshop Lernort 3.
Susanne Kretschmer, Geschäftsführerin vom Forschungsinstitut berufliche Bildung (f-bb), einem der vier Verbundpartner von XENOS Panorama Bund, eröffnete den Tag mit einer kurzen Vorstellung der Zielsetzungen der Transfer-und Vernetzungsstelle.

Thomas Becker, Programmkoordinator für das Bundesprogramm XENOS-Integration und Vielfalt des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS), das aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert wird, bzw. für den zweiten Workshop Petra Boumeiza, stellte die Ziele und Akzente der zweiten Förderrunde des Bundesprogramms XENOS-Integration und Vielfalt vor. Beide betonten dabei insbesondere die Unterschiede zwischen der ersten und der zweiten Förderrunde: Neben der inhaltlichen Schwerpunktlegung „verstärkte Integration diskriminierter Gruppen in den Arbeitsmarkt“ ist eine zentrale Anforderung an die Projekte Verstetigung, Transfer und Nachhaltigkeit der Projektergebnisse zu erreichen. Um die Projekte bei diesem, zugegeben nicht ganz einfachen Anspruch zu unterstützen, sei die bundesweite Transfer- und Vernetzungsstelle XENOS Panorama Bund ins Leben gerufen worden. Das DJI, das die wissenschaftliche Begleitung und die Evaluation der zweiten Förderrunde übernommen hat, wurde von Dr. Birgit Reißig bzw. Ulrike Richter vertreten. Sie stellten den Anwesenden die Aufgaben des DJI als Projektbegleitung dar und warben für gute Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten. Dr. Regina Frey von der Agentur für Gleichstellung im ESF zeigte in ihrem Vortrag, dass die Gleichstellung von Männern und Frauen gerade bei der Förderung von Migrantinnen und Migranten noch lange nicht erreicht ist. Vera Krick von XENOS Panorama Bund/ubus GmbH führte souverän durch beide Veranstaltungen.

 Thomas Becker, BMAS

Einem Hauptziel der Veranstaltung - der Förderung des Austauschs und der Vernetzung der Projekte – wurde die anschließende Kleingruppenarbeit gerecht. Die Projekte stellten ihre jeweiligen Inhalte und Ziele, Herausforderungen und Stärken vor.

Nach diesem Überblick hatten alle Teilnehmer/-innen Gelegenheit zu einem Projekt-Markt-Spaziergang. An Stellwänden hingen Steckbriefe aller anwesenden Projekte aus und die Anwesenden konnten sich gegenseitig „besuchen“, miteinander ins Gespräch kommen, mit Haftnotizen Informationen, Einladungen und Wünsche austauschen. Nach einer Stunde lebhaften Gesprächs und Promenierens äußerten sich viele doch sehr überrascht über die Bandbreite an Themen und Projekten und fanden es sehr positiv, viele andere Projekte kennen zu lernen, die zu ähnlichen Thematiken arbeiten. Ein Teilnehmer sagte im Résumée: “Es waren interessante, anregende Gespräche“.  Und eine Teilnehmerin wäre gerne noch eine Stunde länger „rumgelaufen“. Den Abend nutzten anschließend viele der Teilnehmer/-innen zum gemeinsamen Abendessen.

Mit einem Impulsvortrag von Rudolf Netzelmann (XPB/u.bus) zu „Strategien zur Nachhaltigkeit und Anforderung an Projekte“ begann der nächste Tag.
Die „nachhaltige Entwicklung“ sei gesellschaftliches Leitbild für die ökonomische, ökologische und soziale Gestaltung von Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft und das XENOS-Programm sowie die XENOS -Projekte reflektierten Werte und Positionen von „sozialer Nachhaltigkeit“. Dabei seien Themen wie Integration, Vielfalt, soziale Kohäsion, Gleichstellung grundlegend.
Herr Netzelmann benannte als operative Schlüsselbegriffe: Verstetigung und Transfer mit den Bausteinen Vernetzung, Verbreitung, Validierung und Nutzbarmachung. Um Verstetigung, also Nutzung der Projektergebnisse in den involvierten Einrichtungen über das Ende der Projektlaufzeit hinaus erreichen zu können, müsse ein ganz besonderes Augenmerk auf die frühzeitige Absicherung und Abstimmung aller Beteiligten über finanzielle, personelle und strukturelle Konsequenzen gelegt werden. Dies wurde in der anschließenden Diskussion als wichtiger Faktor bestätigt. Hauptprobleme sahen die Teilnehmer/-innen in der Finanzierung der Verstetigung, fehlenden Ressourcen bei Kooperationspartnern und widerständige Strukturen. Es wurde auch darauf hingewiesen, wie wichtig es sei, Synergieeffekte zu nutzen und den „Import“ von Ideen und Produkten anderer Projekte zuzulassen. Außerdem sei es unerlässlich, sich konsequent an den Bedarfen der jeweiligen Zielgruppen zu orientieren.

Was ist und was leistet die Transfer- und Vernetzungsstelle XENOS Panorama Bund? Mit dieser Frage befassten sich die Workshop-Teilnehmenden im folgenden Veranstaltungsteil. Rudolf Netzelmann, Jean-Christophe Binetti bzw. Elke Biester, Peter Kromminga und Martin Schubert stellten die Serviceangebote des Verbundprojekts vor. Rudolf Netzelmann vom Teilprojekt u.bus präsentierte die Angebote zu den Austausch- und Transferveranstaltungen, Jean-Christophe Binetti und Elke Biester vom Partner Convis Consult und Marketing informierten über die Bandbreite der Angebote im Bereich Öffentlichkeitsarbeit, Marketing und Kommunikation, Peter Kromminga von UPJ ging auf die Aspekte von Unternehmenskooperation und CSR ein und Martin Schubert vom F-bb informierte über Ergebnissicherung und Förderinstrumente. Lebhaft ging es im anschließenden XPB Service Café zu. 

Angelehnt an die Methodik des World Café konnten sich die Anwesenden in wechselnden Kleingruppen noch tief gehender zu den Angeboten von XPB informieren und vor allem auch Wünsche, Nachfragen und durchaus auch den einen oder anderen Kritikpunkt anbringen. Deutlich wurde, dass die Unterstützungsangebote der Transferstelle einen wichtigen Nerv treffen: viele Projekte haben das Problem, dass sie ihre Produkte nicht so gut vermarkten können, wie es sinnvoll und notwendig wäre und dass es hohe Informationsbedarfe gibt. Diese reichten von praktischen Fragen im operativen Geschäft - „wie komme ich an einen guten Presseverteiler?“ - über die Frage „wie finde ich Projekte, die ähnliche Ansätze und Methoden verwenden wie wir?“ bis hin zu: „kommen wir über euch an hochrangige politische Entscheidungsträger ran?“

Großen Spaß und viel Kreativität zeigten alle beim gemeinsamen Papierfliegerbasteln. Der „Energizer“ nach dem Mittagessen brachte die Teilnehmenden in Schwung und die unterschiedlichsten Flugzeuge ins allen gemeinsame Ziel, nachhaltige Projektwirkung zu erreichen.

 

Zum Ende des Workshops trafen sich die Teilnehmenden wieder in Kleingruppen, um Nachhaltigkeitsplanungen und -strategien für ihre Projekte voranzutreiben. Ganz wie es von den Initiator/-innen intendiert war, gliederten sich nun bereits Projekte nach regionalen Standorten oder gemeinsamen Themen. Hamburger XENOS Projekte planen, eine gemeinsame Auftaktveranstaltung „XENOS für Hamburg“ zu organisieren, die Projekte des Lernorts 2 und 3 in Baden-Württemberg streben eine landesweite, lernortübergreifende Vernetzung an und auch in NRW wollen die XENOS-Projekte stärker zusammen arbeiten.  Andere Projekte boten aktive Mitarbeit an ihrem Mentor/-innenprogramm an, es wurde über gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit oder die Erarbeitung eines gemeinsamen Informationsblatts für Jugendliche über Verwaltungsberufe nachgedacht und auch an anderen Stellen sollen die Synergien stärker genutzt werden.
An die Transfer-und Vernetzungsstelle ging der Wunsch, manche Angebote noch etwas zu präzisieren und passgenauer zu formulieren und die Vernetzung über die Kommunikationsplattform www.xenos-panorama-bund.de weiter voran zu treiben. Wichtig für viele war die Rollenklärung von XENOS Panorama Bund: „es ist auch ein Projekt und kein Kontrolleur und unterstützt uns bei der Aufgabe, Projektergebnisse zu verstetigen, uns zu vernetzen und gute Produkte auch anderen zukommen zu lassen". Auch wenn sich manch eine und einer noch mehr Zeit mit den anderen Projekten gewünscht hätte, gingen doch alle mit vielen neuen Ideen, Anregungen und Kontakten nach Hause. „Der Weg hat sich gelohnt" befand nicht nur ein Teilnehmer. Die nächsten Workshops für die Lernorte 2 und 3 finden am 28.-29. Januar bzw. 22.-23. Februar 2013 statt. Weitere Auftaktworkshops finden noch in diesem Jahr am 5.-6. 11. (Lernort 1) und am 26.-27.11. (Lernort 4) statt.

Fotos: Nina Altmann, Berlin

Aktuelle Seite: XENOS Panorama Bund Veranstaltungen von XENOS Panorama Bund Dokumentation Veranstaltungen XPBund Erste Auftakt- und Vernetzungsworkshops für die XENOS Projekte der Lernorte 2 und 3

Europäischer Sozialfonds Bundesministerium für Arbeit und Soziales Europäische Union

Das Projekt "XENOS Panorama Bund" wird im Rahmen des Bundesprogramms „XENOS – Integration und Vielfalt“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert.